Gesprächsfetzen im Park. Postpartum.

A: „Jetzt, wo dein Freund in Karenz ist: Merkst du eigentlich, dass K. sich verändert hat?“

Ich: „Was genau meinst du?“

A: „Ob K. jetzt andere – das meine ich auch nicht negativ – Eigenschaften entwickelt. Also, männliche …“

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 1: An der Bar.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 2: Am Wohnzimmertisch.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 3: An der Bushaltestelle.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 4: Am See.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 5: Babybesuch im Büro.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 6: Auf einer 30er-Feier.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 7: In der U-Bahn.

Was es ist

>By the way<, fragt sie mit gespitzten Lippen. >Wie lange dauert es noch?<

>Ich finde ja<, raunt er resignierend, >das Wort ‚es‘ wird landläufig maßlos unterschätzt.<

>Das Freudianische ‚Es‘, das Personalpronomen ‚es‘ oder das Scheinsubjekt ‚es‘?< Sie ärgert sich über missverständliche Bemerkungen genauso wie über zu lange Autofahrten – besonders dann, wenn diese schamlos ungetarnt als Pseudophilosophie verkauft werden.

>Siehst du<, er setzt den Blinker und biegt triumphierend in die Seitenstraße ein. >Da hast du es!<

Und sie denkt, während ihre Hände wie von Geisterhand gelenkt in Richtung des Verkehrsspiegels am Straßenrand winken: Manchmal geht es eben um mehr.

(Bild via flickr.com/gjurich)

Gesprächsfetzen in der U-Bahn. Postpartum.

Fahrgast: „Oh, das ist aber ein Lieber. Wie heißt er denn?“

Ich: „K., es ist ein Mädchen.“

Fahrgast: „Ach so. Na, aber ein Bub wartet bestimmt auch noch in Ihrem Bauch.“

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 1: An der Bar.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 2: Am Wohnzimmertisch.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 3: An der Bushaltestelle.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 4: Am See.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 5: Babybesuch im Büro.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 6: Auf einer 30er-Feier.

Fiktive Realitäten

Sie lagen im Schnee, wie andere nur im Sommergras liegen.

>Was glaubst du? Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die zu erwartende Realität eintritt?<
>Das ist ein fiktiver Wert<, befindet er.
>Nein, reine Fiktion<, sagt sie. >Das macht den Unterschied.<
>Die Realität liegt doch bekanntlich in der Differenz.<
>Aber in der Differenz wovon?<
>War das nicht deine Frage?<

(Bild: Saul Leiter via fellintothewell.tumblr.com)

Gesprächsfetzen auf einer 30er Feier. Postpartum.

Geburtstagskind: „Ich bin ja eigentlich froh, mich nicht mehr mit meinen Problemen in den 20ern auseinandersetzen zu müssen.“

Ich: „Hm, ja, ich fühl mich mittlerweile auch gut im 30er angekommen.“

Gast: „Ich auch. Jetzt weiß man einfach schon eher, wer man ist, man steckt im Job, muss sich beim Fortgehen nichts mehr beweisen… Man weiß: Jetzt läuft alles erst einmal cool und gemütlich… solange halt bis das 1. Kind kommt.“

Ich: „Ach ja, wir haben uns ja ewig nicht gesehen: Ich bin übrigens seit 1 Jahr Mutter.“

Gast: (verschluckt sich – ganz und gar nicht cool und gemütlich – am Bier)

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 1: An der Bar.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 2: Am Wohnzimmertisch.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 3: An der Bushaltestelle.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 4: Am See.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 5: Babybesuch im Büro.

Gesprächsfetzen postpartum. Babybesuch im Büro.

Chef: „Du als Mutter – das konnte ich mir ja gar nicht vorstellen… Aber das kommt bei euch Frauen ja mit der Geburt.“

Ich: „?“

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Gesprächsfetzen postpartum – Teil 1: An der Bar.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 2: Am Wohnzimmertisch.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 3: An der Bushaltestelle.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 4: Am See.

Gesprächsfetzen am See. Postpartum.

„Ich finde das soooo toll, dass du DAS [Anm.: an dieser Stelle bitte jeglich vorstellbare Freizeitaktivität einsetzen] machst [Anm.: Pause zum Spannungsaufbau – dann die Stimme anheben und ihr einen Touch Hysterie verleihen] TROTZ Baby!!“

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 1: An der Bar.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 2: Am Wohnzimmertisch.

Gesprächsfetzen postpartum – Teil 3: An der Bushaltestelle.