Manche Freitage sind existenziell

„Mich gibt es gar nicht“, schleudert mir das Kind als Antwort entgegen. Es ist das dritte Mal in einem Streit. Aber das erste Mal, bei dem mir klar wird, was es meint. „Immer bestimmen andere, was ich wann tun muss! Immer die anderen, nie ich!“ Die Fünfjährige sieht mich anklagend an: „Jetzt essen, dann ins Bett gehen, jetzt das und das und das. Ich bin nur eine Figur in einem Schachtelspiel. Mich gibt es gar nicht.“ Die Augen funkeln wütend. Traurig. Beklommen halte ich ihre Hand. Das Herz blutet.

There should be less of me and more of you.

Plumtree | You just don’t exist

Freitagsschwere. Freitagsluftigkeit.

7 Kommentare zu “Manche Freitage sind existenziell

  1. Das Existierende neben den Strukturen anzuklingen ist ein derzeitiges Hobby von mir. Ist sozusagen eine Parallel-Aktion (Begriff bei Robert Musil, nur anders), ein Anklingen, das nicht die Strukturen ersetzt und sich nicht durch Strukturen ersetzen lässt, das parallel ist.

      • In meiner jetzigen Interpretation reduziert und sekundarisiert-strukturiert Sprache. Anklingen bezieht sich hier u.a. auf die Wahrnehmung von etwas Existierendem neben der ‚Instrumentalisierung’/Strukturierung der Dinge für andere Dinge (z.B. zur Verwendung für andere Erzählungen). Sowohl die Dinge als auch die Kompositionen existieren „beide“/“alle“ neben ein ander.

        Anklingen — Als An-Wahrnehmen (ohne zu einem Ganzen zu konstruieren/fixieren), das ich z.B. als An-Denken&An-Fühlen umschreibe (mit Betonung auf An-, nicht auf die Strukturierungsunterscheidung zwischen ‚Denken‘ und ‚Fühlen‘). Es ist hier auch keine fixierte Unterscheidung zwischen Theorie und Praxis. Etwas klingt an (bringt meine momentane Komposition zum Schwingen), auf irgendeine Weise und wird über den Moment weitergesponnen (klingt z.B. fraktal [selbstähnlich, aber nie gleich] weiter) oder nicht. Der Anklang ist, dessen Interpretationen sind ebenfalls, und die Strukturierung, Einordnung und Hierarchisierung auch. Aber nebeneinander. Nicht das selbe und nicht ein Ganzes.

        So mal zum Beispiel. 😉

          • Das Sein ‚wird‘ strukturiert (Komplexitätsreduktion, Fokussierung etc. wie Soziologen und Psychologie sagen können). Philosophisch-theopraktisch ist es für mich immer parallel da (Zeit ist ’nur‘ eine sekundäre Interpretation). Zum Anklang kommt es (oder nicht) in Momenten und deren in neuen Momenten wieder aufgenommenen (oder nicht) weiterspinnen (Spinner, als Andeutung nicht falsch und als Fixierung falsch).

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