Manche Freitage sind magisch

Wieder lese ich Texte über das böse Rosa, das Mädchen zu passiven Hinnehmerinnen von patriarchalen Rollenverteilungen machen soll. Und von bösen Eltern, die dies durch den Kauf von pinken Produkten unterstützen. Manchmal möchte ich resignieren, ob der Debatte, die sich scheinbar im Fünf-Jahres-Rhythmus im Kreis dreht. Ich möchte auf den Klassismus an dieser Kritik verweisen und darauf, dass man mit Konsumverhalten in einer kapitalistischen Welt doch recht wenig verändern kann. Ich möchte der Abwertung von Mädchen zugeschriebenen Vorlieben entschieden entgegenschreien und leise die Bitte um mehr Differenzierung anmerken. Inmitten all dieser Gedanken, durch die ich streife, ohne sie zu Papier oder wohinauchimmer zu bringen, weil sie ja doch sinnlos im Nichts zu verhallen scheinen, schlüpft das Kind eines Morgens zu mir ins Bett. Es ist gehüllt in ein rosa Tüllröckchen, hat ein hölzernes Pfeil-und-Bogen-Set umgehängt und fordert das Smartphone ein, um sich Videos von diesen roboterartigen Maschinen anzuschauen, die Autos zusammenbauen. Manchmal lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

Clara Luzia feat. Kimyan Law | Magic

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