Die „… wenn man uns lässt“-Väter

Wir sind die neuen Helden, wenn man uns lässt.“ Die Einblendung kommt nach 20 Sekunden und ich bin geneigt, den Laptop einfach wieder zuzuklappen. Väter – die neuen Helden heißt Teil 1 einer zweiteiligen Dokumentation auf WDR. Wenn man uns lässt, also. „Wer ist schuld? Na, na?“ zwickt der nachgeschobene Beisatz die Mütter keck in die Seiten. Aber es folgt ein schnelles Fade-Out. Um Mütter (und ihre Kämpfe, Sorgen, Verzichte, Befindlichkeiten) geht’s hier nicht.

Zur Doku stellt der Sender auch die Ergebnisse einer repräsentativen Studie zur Verfügung ins Netz, für die im Herbst 2015 insgesamt 1.037 Väter aus NRW mit Kindern unter zehn Jahren befragt wurden. Die Auswertung einer Frage sticht besonders ins Auge:

WDR

Screenshot via www1.wdr.de/themen/aktuell/daten-junge-vaeter-100.html

Emotional mag sich also für die „neuen Helden“ vielleicht einiges geändert haben – aber ansonsten verläuft das Leben im jungen Vaterglück recht beschaulich in den bekannten Bahnen weiter. Naja. Immerhin: 1 Prozent musste auf „berufliche[n] Erfolg“ verzichten und 2 Prozent auf „Schlafen/Ruhe“ – 3 Prozent sogar auf „Zeit mit Freunden“.

So. much. Heldentum.

Ist das ein Schuh oder ’ne Socke„, darf dann auch der erste porträtierte Jung-Papa fragen. Das alte Narrativ vom hilflosen Papa wird zusätzlich mit auf den Weg gegeben. Und wieder tönt im Hintergrund das „… wenn man uns lässt“ – das sich nach und nach in ein properes „selber schuld“ verwandelt. Selber gebären fände der Gerade-Noch-Nicht-Vater übrigens „sehr okay„. Wirklich schlimm für ihn ist, dass er selbst „nur dastehen“ kann und „das ist dann so eine Situation, in der man keine Kontrolle hat„. Ahm. Was ist mit …. sagen wir: selbst gebären? Aber genau: um die Person, die das Kind aus dem Leib presst oder der das Kind aus dem Leib operiert wird, geht es ja nicht. Der nächste Papa betont, dass er sich Zeit nehmen möchte, „denn so ein Kind läuft nicht nebenher„. Wohoo! Das Problem: Er hat einen zeitintensiven Job und keine Zeit (aber zum Glück gibt’s da noch Mama, nicht?).

Die Stimme aus dem Off sinniert vor sich hin: Väter würden immer häufiger beides wollen – Erfolg im Job und ein guter Vater sein. Gähn! Tell me! Deshalb darf auch noch der „Vätercoach“ eines großen Unternehmens seinen Senf dazu geben. Sein Tipp: Verbringen Sie doch schon vor der Geburt „Zeit mit dem Babybauch„. Er verrät leider nicht, wie dieser Babybauch von Person A auf Person B überhüpfen kann … schade.

Ein anderer Vater wird beim Frühstück mit dem Kind gezeigt. Eine Glanzleistung, wie uns der Sprecher zu verstehen gibt: „Morgens um sieben mit dem Kind allein. Nicht schlecht.“ Papa und Kind finden die morgendliche Papazeit supaaa! (SPOILER: Mama arbeitet schon, der Papa nimmt das Kind mit ins Büro – tata! – in die firmeneigene KITA. Tja, wenn’s keine Umstände macht …) Alles ist so idyllisch. Wahnsinn. Wow! Genauso läuft das Frühstücken, Anziehen und Kindergartenbringen bei uns übrigens auch immer. Besonders dann wenn Termine anstehen. In echt jetzt! Aber der Weg zu Job und Kinderbetreuung ist ja auch schöne, gemeinsam verbrachte Zeit, erklärt der Vater weise der Kamera.

Und so weiter und so fort. Alltag mit Kind, Vorbereitungen, Gedanken über Elternängste. Nett, aber nach zehn Minuten macht sich vor allem unendliche Fadesse bereit. „Wenn das Baby jetzt kommt, dann gibt’s keine Kompromisse mehr„, mein ein Vater in spe. „Es ist schon eine selbstverständliche Bereitschaft, das Leben zu teilen„, meint ein anderer. „Davor [Anm.: vor der Geburt] hab‘ ich auch immer noch Graus. Ich möchte auch manche Dinge davon gar nicht sehen„, plaudert wieder ein anderer aus dem Nähkästchen. „Aber wenn man an der richtigen Stelle steht, kann man dem, glaub ich, aus dem Weg gehen.

Was genau macht diese Gedanken jetzt heldenreich?

Übrigens: Nicht ‚mal jeder 5. Vater reduziert seine Arbeitszeit, obwohl alle Väter doch unbedingt Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen. Wo soll die Zeit denn herkommen, fragt der Sprecher. (SPOILER: *räusper* Es gibt da Wesen im Leben von Kindern, die Zeit haben MÜSSEN!) Aber auf diesen Irrweg will die Dokumentation seine Seher*innen erst gar nicht bringen. Die Lösung: ein Tag Homeoffice (es fällt tatsächlich der Begriff „väterbewusste Personalpolitik“).

P. hat für sich eine Entscheidung getroffen„, erfahren wir schließlich (FÜR SICH wohlgemerkt). Er nimmt nach der Geburt „zwei Monate komplett Auszeit“ vom Job. Schau an! Und dann reduziert er auf 25 Stunden. Unglaublich. Denn, so P.: „Wenn ich keine Zeit mit dem Kind verbringe, dann brauch ich auch keins.“ Dieser Satz sitzt. Zumindest bei vielen Müttern vermutlich, die diesen wohl schon oft gehört haben – egal, ob sie das Kind früh/lang/viel in Kinderbetreuung geben wollen oder aus finanziellen Gründen müssen. Und auch M. hat sich entschieden weniger für das Restaurant zu arbeiten: „Weg mit dem Stern und dem Sternerestaurant. (…) Das habe ich irgendwann mit mir ausgemacht.“ (ER HAT SICH ENTSCHIEDEN)

Genauso wie sich abertausende Mütter jeden Tag aufs Neue NICHT selbst entscheiden können. Aber das – wir wissen es – ist eine andere Geschichte.

Wieso bin ich eigentlich so zynisch?

Ah ja. („Väterkarenz noch unbeliebt“)

Genau. („Hausgemachte Armut“)

Da war doch noch was. („Alles Gute zum Alleinerziehenden-Muttertag“)

Und noch was. („Ein Kind für den Abstieg“)

Und das. („Stadt-Land-Gefälle bei Kinderbetreuung“)

Aber was ärgere ich mich. Angesichts des Heldenmuts einiger weniger verneige ich mich am besten in Demut. So war das doch gemeint, lieber WDR, oder?

and-suddenly-i-felt-nothing

via wesomegifs.com

Vielleicht hätte die anfängliche Einblendung der Doku besser nicht „Wir sind die neuen Helden, wenn man uns lässt“ lauten sollen. Ich persönlich finde das schon oben erwähnte Zitat eines zukünftigen Papahelden weitaus schmucker und vor allem (nicht nur symbolisch) passender: „… wenn man an der richtigen Stelle steht, kann man dem, glaub ich, aus dem Weg gehen.

42 thoughts on “Die „… wenn man uns lässt“-Väter

  1. Ich kann nur müde lächeln, während ich versuche mich zu freuen, dass sich der Vater meiner Kinder mehr Zeit nimmt, als so viele. Habe mich schon selbst bei Gedanken wie „wenn sie ihm nur die Chance geben würde“ ertappt. Dabei ist doch selbst die Organisation dieser Väter-Kinderzeit Teil der unsichtbaren Arbeit.

    Ich danke Dir für Deinen Zynismus.

  2. Großartiger Text, vielen Dank! Ich hatte erwogen, mir das anzuschauen, aber nach der Einblendung „wenn man uns lässt“ hätte ich wohl gleich gekotzt.

  3. Ich habe die Dok auch gestern geschaut. Um 23 Uhr. Beim Wäsche zusammenlegen…

    Nun, ich hab nen Mann, der wirklich viel zu Hause sein will und von den Kids haben will. Aber dennoch kann ich mich nicht erinnern, dass mich jemand gefragt hätte, ob ich dies und das ‚übernehmen‘ will, oder dass mein Mann auf die Idee gekommen wäre z.B. länger als 2 Wochen zu Hause zu bleiben. Oder auf etwas zu verzichten… Diese Statistik hat mich gestern echt umgehauen…

    Und ich kann mich auch nicht erinnern, dass irgendeiner meiner Chefs so reagiert hätte, wie die meines Mannes. Oder dass mein Mann gehört hätte ‚Du wolltest doch ein Kind, selber schuld.‘ oder ‚Das war ja nun ein dummer Zeitpunkt zum Kinderkriegen.‘ Dem haben immer nur alle gratuliert.

    • …oder dass mein Mann auf die Idee gekommen wäre z.B. länger als 2 Wochen zu Hause zu bleiben. Oder auf etwas zu verzichten…

      Naja, wärest Du denn dann auf die Idee gekommen, statt ihm wesentlich mehr zu arbeiten, damit die Brötchen trotzdem stimmen?

      Ich habe immer den Eindruck, dass viele Frauen es zwar einerseits gerne sähen, wenn die Männer mehr Zeit für den Nachwuchs hätten,

      ABER doch bitte nur, falls …

      — die Frau Mama deswegen um Himmels Willen auf nichts verzichten muss. Der Mann soll zwar öfters zu Hause sein, aber das Geld soll genauso da sein wie vorher.

      — der Mann nicht etwa eigene Ideen zur Kindererziehung hat, sondern brav nach Anweisung der Mami handelt.

  4. Sowas dummes – Papasein als Heldentum -.- bei sowas wird mir ja auch immer ganz anders. Als ob man sie loben muss, dass sie ihrer Rolle gerecht werden. Ist klar. Aber das nervt ja schon im Alltag, wenn der Papa vom Einkaufen mit Kind wiederkommt und strahlend erzählt, wie zuvorkommend alle waren. Ist klar, was ernte ich: Böse Blicke wenn der KiWa irgendwem im Weg steht (drumherum gehen ist ja zu leicht), Böse Bemerkungen wenn das Kind im KiWa weint, Böse Bemerkungen wenn ich das weinende Kind aus dem
    KiWa nehme… Es ist ja soooo besonders, wenn der Papa sich engagiert – da könnte ich manchmal echt kotzen…

    Ich habe zwar im Bekanntenkreis schon ein typisches Beispiel von einem Papa der gerne würde, wo die Mama aber unverhohlen zugibt, ihn für weniger kompetent zu halten – aber das ist ein Bruchteil. Die meisten Mamas erzählen nämlich, dass die Väter eben nicht wollen… Da habe ich mit meinem schon Glück, er will & macht auch einfach, aber dafür gibt es von mir ganz bestimmt keinen anerkennenden Schulterklopfer!

    • gegenseitiges schulterklopfen im privaten finde ich schon auch gut. aber untereinander und für beide – und wenn eine person die hauptlast trägt, dann ja wohl für die. aber das gesellschaftliche und öffentliche schulterklopfen für väter und parallel dazu die gesellschaftliche abwertung von müttern (angefangen durch alltagspraxis bis hin zu strukturellen benachteiligungen) ist unerträglich. und solche dokumentationen tragen meiner meinung dazu das ihrige dazu bei.

    • Ich klopfe anerkennend Schultern. Und erwarte anerkennendes Abzumelden auch für mich. Denn es ist immer eine nicht selbstverständliche Mühe, egal durch wen erbracht.

  5. Herzlichen Dank für diesen Rant. Mir wurde schon beim Titel schlecht, aber die Einleitung toppt das Ganze noch und stellt sich in eine Reihe mit der derzeit viel bejammerten Vaterentbehrung, dem maternal gatekeeping, dem Mütterthron usw. Die armen, armen Väter, die immer nicht dürfen… Ich würde mich als Vater über solche Zuschreibungen ärgern.

    • mich würde tatsächlich auch interessieren, wie die porträtierten väter das ergebnis der sendung finden. diese konstruktion eines heldentums angesichts der mageren tatsachen fände ich ja vor allem peinlich. man sieht jedoch schön: männer* werden individuell zu vätern (sie dürfen publikumswirksam darüber reden). und frauen* erben automatisch die last des muttermythos (sie sind ja ohnehin ‚von natur aus‘ mütter, das ist nur eine logische folge ihres seins). journalismus vom feinsten.

      • Entscheidend finde ich eben auch, dass die Entscheidungsfreiheit eher beim Vater liegt, ob und wie er sich einbringt oder nicht. Das wird noch brisanter nach einer Trennung, wo gern (bei Bedarf und Interesse und leider teilweise auch aus Rache) die Rechte eingefordert werden, man es aber mit den Pflichten nicht so genau nimmt.

  6. Ich habe die ersten 3min der Doku verpasst aber fand es trotzdem witzig, wie die Szenarien dort dargestellt wurden.

    Im Kern deines Artikels gebe ich dir vollkommen Recht: Als Papa will ich keine verbalen Ehrenmedaillen einheimsen oder gebauchpinselt werden. Ganz einfach, weil ich es gerne mache. Ich will aber auch genausowenig belächelt werden, wenn ich „klischeemäßig“ tatsächlich das verkörper, was die Doku versucht rüberzubringen. Und darüber habe ich auch gestern einen Artikel verfasst.

    Würde mich ja fast interessieren, ob du mich auch in so eine monoperspektivische Schublade stecken würdest?

    LG Rubbelpapa

  7. Ich hab die Sendung nicht gesehen, nur jetzt grade gelesen was der WDR so dazu schreibt. Und ich werd sie auch glaube ich nicht mehr ansehen, weil mich auf den ersten Blick schon wieder das Gleiche stört wie fast immer bei dem Thema: Da wird mal wieder der Mann als ganz besonders großartiger Vater dargestellt nur weil er einfach auch dabei ist. Bei der Geburt, beim Zusammenbauen der Wiege usw – das find ich nun wirklich selbstverständlich und geh davon aus dass das jeder werdende Vater eh gerne macht und nicht drauf verzichten will. Beim Geburtsvorbereitungskurs – naja, ganz nett, aber ob das der Frau wirklich hilft… Dann die berühmten zwei Monate nach der Geburt – natürlich schön wenn man da als Mutter Unterstützung hat, nur ist die Mutter in der Zeit ja eh beim Kind, wie auch sonst meistens, wenn die Heldenväter dann eben auch dabei sind. Das ist alles einfach nur ganz nett so, es gibt den Müttern aber auch nicht mehr Freiheit und nimmt es ihnen nicht ab auf das meiste von dem zu verzichten auf das offenbar immer noch nur eine Handvoll Väter verzichten wollen.

  8. es ist schön die ganzen Kommentare zu lesen, im allgemeinen gelten zynische Frauen doch recht schnell als frustrierte, frigide, eifersüchtige…
    um sie mundtod zu bekommen, manchmal habe ich Hemmungen zu sagen, was ich denke, weil ich die Reaktionen kenne, danke für deine Gedanken und deinen Zynismus, wir sind nicht allein!!!

  9. „Und das. (“Stadt-Land-Gefälle bei Kinderbetreuung”)“ – das ist übrigens, nach unserer Erfahrung in der deutschen Provinz nicht groß anders. Z.B. in Schleswig-Holstein. Viele Männer geben dort einer Frau schon dann nicht einen Job, wenn sie ihr Kind erwähnt – denn sie muss ja die Betreuung machen.

  10. Sehr viel Liebe hierfür. Zum Glück hast Du die Energie aufgebracht, dies hier zu schreiben. Irgendwann werd ich meinen Totstell-Reflex angesichts der momentanen Väterberichterstattung auch wieder überwinden. Hoffe ich.

    • nachdem mir der WDR-SM-account auf twitter erklärt hat, dass die einleitung nur zugespitzt sei, natürlich auch alle mütter heldinnen seien und ich doch die ganze doku sehen solle, weil diese ein gaaanz anderes bild vermittle, war’s um meinen totstell-reflex geschehen.
      man tut, was man kann – fürs seelenheil (oder so)

  11. Ich wechsel zur Zeit im Zwei-Wochen-Takt zwischen einem Dasein als alleinerziehender Vater und einem als Stunden-Aufholer, vermutlich werden die Kinder demnächst noch häufiger/länger bei mir sein, denn Mama will und muss ihr Leben ja auch irgendwie selbst finanzieren. Mal sehen wie ich dann meine 40 Stunden voll bekomme. Ich traue mich nicht meine Stunden zu reduzieren, denn seit ich wieder in Steuerklasse 1 gefallen bin bleibt nicht viel übrig. Bin kein Schwerverdiener, kann leben und gut. Für einen Urlaub an der Nordsee im Sommer reichts, solange der alte Golf noch kann. Ein neuer ist nicht drin. Ich fühle mich nicht als Held, bestimmt nicht. Auch wenn ich nach dem Abstillen in 8 von 10 Fällen die Nächte übernommen habe, früh um sechs mit Augenringen ins Büro gestiefelt bin damit ich nachmittags wieder entlastend zu Haus sein kann, die Mutter meiner Kinder an Wochenenden habe schlafen lassen. Ich habe für beide Kinder zwei Monate Auszeit genommen. Es hätten auch gerne mehr sein können, aber mit nur einem Verdiener in der Familie waren mehr als zwei Monate mit unter 70% des Einkommens einfach nicht drin. Im Gegenteil, mit dem Mindestsatz von 300 EUR, welche sie bekommen hat standen wir in dieser Zeit finanziell besser da als jemals zuvor oder danach.
    Warum schreibe ich das überhaupt? Keine Ahnung, mir ist einfach danach. Vielleicht weil ich mich ein wenig angegriffen fühle. Es gibt sie nämlich, die stillen Väter, die einfach machen. Die sich nicht auf die Schulter klopfen (lassen), die den Kopf schütteln vor dem Heldentum und Edelmut der künstlich Hilflosen. Und die in ihrem Vaterdasein allein sein können, abseits der etablierten und ummauerten Mütterzirkel😉. Ich stimme den grundlegenden Ansichten zum Thema hier zu, nur der Ton gefällt mir persönlich jetzt nicht so …

    Liebe Grüße

    • natürlich gibt es auch die väter, die einfach machen. aber ihre existenz zu bestreiten, darum ging es mir in dem text auch nie. wie bereits oben in einem kommentar gesagt, will ich nicht einzelne lebenssituationen beurteilen. es geht um grundlegende schieflagen, ungleichheiten, strukturelle diskriminierungen usw. (und bei diesem kampf um mehr gleichberechtigung sehe ich tatsächlich kaum väter) + die fehlende entscheidungsfreiheit von müttern, an der sowohl politik als auch sozio-kulturelle normen schuld sind (http://blog.arbeit-wirtschaft.at/geschlechterungleichheit-bei-der-verteilung-der-arbeitszeit-in-oesterreich/) + die mediale darstellung in bezug auf „neue väter“, die das alles negiert.

      • da will einer ne goldmedaille dafür, dass er ausnamsweise mal das macht, was sonst nur frauen machen – sich um ihre kinder kümmern also kaum was verdienen, wenn überhaupt, nachts aufstehen, betreuen wenn ein kind krank ist etc…, halleluja. und die „doku“ werd ich mir nicht antun, deine beschreibung klingt schon genug zum kotzen

  12. Mir ist eine Aussage des einen werdenden Vaters sehr übel aufgefallen – da hieß es, erst jetzt könne er sich dem Vatersein stellen, er hätte nun die Welt gesehen. Das hätte er damals, als seine Exfreundin schwanger war, nicht gekonnt, sein Hunger nach Reisen und Abenteuer sei zu groß gewesen. Leider erfährt man nicht, was aus der Ex und dem Kind geworden ist. „Schön“, dass er anscheinend die Haltung vertritt, er könne sich entscheiden zwischen Vatersein oder nicht – egal, dass es ja ein Kind (geboren oder ungeboren) gibt und eine Mutter dazu….Kreisch!

  13. Ausnahmezustand | Jochen König

  14. Mein Schwiegersohn ist seit 11 Jahren Hausmann, die Kinder sind 8 und 11, auch das gibt es!! Und er macht das super, gerade ist er mit der Kleinen beim Sport..

  15. helfende Väter | fuckermothers

  16. Neues aus Bloggerhausen #1 - Mama notes

  17. Ich weiß es sehr zu schätzen, was meine Frau so leistet und sie weiß es zu schätzen, was ich so leiste. Den Beitrag des jeweils Anderen für eine Selbstverständlichkeit zu halten ist m.E. eine prima Methode, um eine Beziehung zu zerstören.

    Allerdings ist es lächerlich, für was für lumpige Kinkerlitzchen viele Männer schon ein riesengroßes Lob erwarten.

  18. Kinder machen glücklich? Nope. | kiddo.the.kid

  19. Vielleicht kann ich, selbst Papa, das Problem nicht nachvollziehen: Für meine Kleinen hatte ich wenigstens 3/4 der Elternzeit übernommen und im Bekanntenkreis hatten Mamas und Papas die Elternzeit auch überwiegend 1:1 aufgeteilt.

    Die Statistik erscheint zuerst völlig unplausibel. Alleine, wenn bspw. nur zwei Prozent angeben, sie müssten auf Schlaf verzichten – wie soll das funktionieren, so man in einem Haushalt mit Kind wohnt? Meine Erklärung ist, dass weniger bzw. anderer Schlaf irgendwann gar nicht mehr als Verzicht wahrgenommen wird – ich habe mich ja auch sehr schnell daran gewöhnt.

    War es vielleicht eine ungeeignete Fragestellung? Der Link zur Studie ist ja leider tot. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn statt nach Verzicht nach Veränderungen gefragt worden wäre.

    Fragte man mich nach Veränderungen, ich könnte viel erzählen. Kinder verändern das Leben komplett. Aber eben nicht nur den Tagesablauf sondern auch die Wertung dessen, was einem wichtig ist (war) und was nicht (mehr). So fragte man mich nach dem Verzicht – ich antwortete wohl auch mit „Nichts“. Und das, obwohl ich vor meinem Papasein bspw. quasi wöchentlich auf Konzerten und ein regelmäßiger Computerspieler war; seither gehe ich vielleicht halbjährlich auf Konzerte und spiele höchstens eine Stunde pro Woche. Aber mir fehlt nichts.

    • schön, wenn individuelle leben super verlaufen und sie resümieren, dass ihnen persönlich nichts fehlt. wie aber schon mehrmals betont, geht es mir nicht um individuelle situationen, sondern die gesamtgesellschaftliche problematik – und da ist es eben nicht so, dass die elternzeit 1:1 aufgeteilt ist. und das ungleiche verhältnis von unbezahlter und bezahlter arbeit geht eben noch immer massiv zu lasten von frauen*

  20. Geld verdienen ist übrigens auch Familiienzeit.
    Ich verweise auf die Zeitbudgetstatistik des Destatis;
    Das Arbeitspensumm von Männern gleicht sich vor und nach dem Kind, es verschiebt sich um etwa eine Stunde weg von ehrenamtlicher arbeit zu Hausarbeit. Bei Frauen vergrößert sich das Arbeitspensum auf etwa 15 min weniger (Hausarbeit und Erwerbsarbeit) hin zu denen von Männern.

    • Zu Deiner Antwort: Du gehst aber von der Annahme aus, daß Frauen und Männer in Partnerschaften gleichviel arbeiten (Haus- und Erwerbsarbeit). Das ist aber nicht der Fall:
      https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/EinkommenKonsumLebensbedingungen/Zeitbudgeterhebung/Zeitverwendung.html;jsessionid=BD99DF1CF5A5E19C3069C7C5ABFB859C.cae1

      Männer arbeiten vorher ca 1,5 h mehr am Tag als Frauen in Partnerschaften. Sind Kinder da erreicht das Arbeitspensum der Frauen das der Männer.(Erwerbs- und Hausarbeit)

      Anders ausgedrückt: Männer verlieren kaum zuätzlich Zeit, weil sie vorher weniger hatten, sie verlagert sich nur. Frauen verlieren dagegen tatsächlich erheblich an Freizeit. Aber in etwa soviel, daß Mann und Frau etwa gleichviel in Haus- und Erwerbsarbeit tätig sind. Insofern überrascht die obige Aussage dann eigentlich kaum noch.

      Zu Deinem Hinweis auf die Frage, inwiefern familiäre Arbeit unbezahlt ist, halte ich entgegen, daß es seit den 1970er Jahren eigentlich in der Haushaltsökonomie etablierter Fakt ist, daß der hauptverdiener gewissermaßen als Arbeitgeber im haushalt fungiert, denn dessen Einkommen setzt den Vorbehaltslohn, d,h den Lohn zu dem der andere Haushaltspartner bereit ist am Arbeitsmarkt einzutreten. Dieser ist nicht null (s. z.B. Berndt „The Theory and Practiice of Econometrics: Classic and Contemporary, Kapitel 11. – dort kann man auch etwas über die Oxaca-Blinder-Dekomosition lesen, die das Gender-Pay-Gap analysiert).

      Empirisch gesehen ist es allso nicht zu begründen, daß Frauen
      1. mehr Zeit in der Familie für Arbeit aufwenden, wenn Erwerbsarbeit gleichberechtigt zur Hausarbeit gerechnet wird
      und
      2. daß Hausarbeit nicht finanziell entgolten wird. Dies geschieht nur nicht über den Markt.

  21. Dachte ich mir. Wahrscheinlich bekomme ich auf die Frage; Welche Variablen denn eine Antwort in der Art: Ich bin nicht Dein Erklärbär.
    However: Die Ergebnisse der Zeitbudgeterhebung erklären recht einfach warum Väter nicht das Gefühl haben bei einem Kind auf etwas zu verzichten, Frauen hingegen schon.
    Und ganz ehrlich: Die schnippische Behauptung: „man kann auch einfach wesentliche variabeln weglassen und so galant am eigentlichen thema vorbeiargumentieren. danke, aber diese unterhaltung führe ich nicht.“
    ist eigentlich ein Fortschieben einer unangenehmen Faktenlage.
    Sie ist aber relevant unt auf das Thema zugeschnitten, weil es eine implizite Annahme ans Licht bringt. Ds wäre eine neue Sicht auf Deine Frage.
    Aber ich befürchte, das ich hier aus Versehen häretisch ein Dogma angegriffen habe. Das ist leider das Berufsrisiko aller empirisch Tätigen.
    Dafür entschuldige ich mich aber sicher nicht.

  22. „Bist du auch irgendwann weg?“ | Jochen König

  23. Also ich finds prima von meiner Ex getrennt zu sein und somit viel mehr Zeit mit mit meinen Kindern alleine zu haben. Das ging früher nicht. 🙂

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