Wann kommt das Zweite?

Ich habe ein Kind und zumindest aus jetziger Sicht will ich kein zweites. Dass dies irgendetwas zwischen eigenartig, egoistisch und unverantwortlich ist, weiß ich spätestens, seit der Geburt des ersten Kindes. In jedem Fall ist es nicht die Norm. Die sieht nämlich vor – wie es sich mittlerweile in vermutlich schon weit über hundert Gesprächen oder Bemerkungen manifestierte –, zwei Kinder zu bekommen. Und zwar exakt zwei (lauscht Erzählungen von Drei- und mehrfach-Eltern!).

Vater, Mutter, Kind, Kind

Ich wurde darauf vom Gynäkologen bei der ersten Untersuchung sechs Wochen nach der Geburt ungefragt hingewiesen: „Schlimme Schmerzen? Beim zweiten Kind wird es dann meistens leichter.“ Es folgten ungezählte Episoden im Rahmen verwandtschaftlicher Zusammentreffen, bei denen bei jeder Gelegenheit auf ein nachkommendes Geschwisterchen (vorzugsweise ein Kind des anderen Geschlechts) referiert wurde: „Verräumt das Babygewand nur nicht zu gut, ihr werdet es ja sicher bald wieder brauchen.“ „Wie lieb sie mit der Puppe spielt. Die übt schon für das Geschwisterlein später.“ „Gut, dass ihr nicht so viele klassische Mädchensachen habt, dann ist es beim zweiten Kind egal, was es wird.“

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(c) Dorothea Lange | MoMA

Die nächste Kategorie sind jene, die Aussagen wie „Nein, ich möchte sicher kein Kind mehr“ sofort als Trauma-Bekundung à la „So schlimm war’s/ist’s?“ oder Affront gegen jeglichen Anstand „Wie du das sagen kannst“ verstehen. Recht häufig begegnen mir in letzter Zeit allerdings die, die mir ihre eigene Entscheidung fürs zweite Kind damit erklären, dass ohne Geschwister aufzuwachsen hart sei, Einzelkinder verzogen würden und diese Fixerung auf ein Kind dasselbe „krank“ mache. Ausnahmefälle sind jene, die halb lachend von „Absicherung“ reden – nun, das will ich eigentlich gar nicht weiter ergründen.

Es gibt auch tausendmillionen Artikel und Studien, die zu ergründen versuchen, warum es schlecht ist, ein Einzelkind zu sein. Was mich daran auch ärgert, ist die Unfähigkeit über den Rand vom Normteller zu schauen: Möglicherweise können Kinder, die nicht in einem Haushalt zusammenwohnen auch innige Bande knüpfen? Die Großfamilie löst sich auf, was spricht dagegen sich mit anderen Kleinfamilien zusammenzutun und zum Beispiel gemeinsam alte Traditionen und Feste neu zu begehen? So etwas schafft auch Verbindungen. Mit eigenen Qualitäten. Können wir also bitte aufhören so zu tun, als hätten Einzelkinder keinen Kontakt mit anderen Kindern? Und nebenbei bemerkt: Streiten, Teilen, Sich-Behaupten, anderen Zuhören undsoweiterundsofort lernen Kinder auch in Kindergarten und Schule.

„Das wirst du ihm doch nicht antun!“

Übrigens gibt es eine wissenschaftliche Zusammenfassung verschiedenster Studien zum Theme Geschwister, Geburtenrang und Einzelkinder (Cécile Ernst, Jules Angst. Birth Order. Its influence on personality. Springer, New York, 1983), die resümiert, dass weder das eine noch das andere noch das dritte eigenständig Einfluss auf die charakterliche Entwicklung eines Menschen hat.

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(c) Naomi Vona (purplewoods.wordpress.com)

Aber selbst wenn … und das macht diese Narrative vom armen oder wahlweise tyrannischen Einzelkind für mich zu einer feministischen Angelegenheit … wenn eine Frau*/ein Paar sich dazu entscheidet, „nur“ für ein Kind Sorge zu tragen, dann hat sie*/es alles Recht dazu (und nicht alle haben dieses Privileg: Ich mag mir nicht vorstellen, wie sich Menschen fühlen, die wegen Krankheit oder anderer unbeeinflussbarer Ursachen, kein weiteres Kind bekommen können, wenn sie sich die Sprüche von wegen „Na, wann kommt das Zweite?“ anhören müssen). Manche wollen sich kein zweites Kind leisten, manche haben keine Ressourcen, sich um zwei Kinder zu kümmern, manche können/wollen ihre Aufmerksamkeit nicht so vielen Menschen geben, manche können/wollen nicht noch mehr Verantwortung übernehmen, manche wollen sich wieder mehr Beruf oder Berufung zuwenden, manche zweifeln.

Es ist schon sehr perfide und misogyn, Frauen* (auf wen sonst fällt der Egoismus-Vorwurf?) sogar aus der Einzelkind-Frage heraus für spätere Probleme und Sorgen des Nachwuchses verantwortlich zu machen. Ein zweites Kind, also. Koste es, was es wolle. Die Armen der Ärmsten, das sind die ungestillten (oder zu lange gestillten) fremdbetreuten Einzelkinder! Ein gewolltes Einzelkind, das kommt quasi einem Verbrechen diesem gegenüber gleich: „Das willst du deinem Kind antun?“

Ja, will ich. Tatsächlich. Aus Gründen, die mich glücklicher machen – und somit auch das Kind. Warum auch immer sich Eltern für kein weiteres Kind entscheiden, ist ebenso Privatsache wie die Entscheidung für oder gegen Kind(er).

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Screenshot: aufZehenspitzen

Epilog

Und weil meine Gedanken trotzdem kreisen, habe ich jetzt noch mehr Studien und Forschungen zu dem Thema herausgesucht und durchforstet. Es gibt viele viele viele davon und ich frage mich, warum (wie sooft) dermaßen besessen versucht wird, bestimmte kulturelle Stereotypen (einsames, egoistisches Einzelkind) zu ergründen, anstatt den Gründen für deren Existenz auf den Grund zu gehen (Sind „uns“TM Ein-Kind-Familien unheimlich? Unpraktisch? Warum?). Denn Studie um Studie scheint mit ihrer Forschungsfrage gegen eine Wand zu fahren.

„Consider the data: in hundreds of studies during the past decades exploring 16 character traits — including leadership, maturity, extroversion, social participation, popularity, generosity, cooperativeness, flexibility, emotional stability, contentment — only children scored just as well as children with siblings. And endless research shows that only children are, in fact, no more self-involved than anyone else. It turns out brutal sibling rivalry isn’t necessary to beat the ego out of us; peers and classmates do the job. Nor are only children lonelier“, schreibt Lauren Sandler in der New York Times. Im Gegenteil: „The differences between only children and those raised with siblings tend to be positive ones.“

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via outsiderontheinside.tumblr.com

Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille: Etwa die (für sich alleine schon problematische) Kritik an der Überfixiertheit am Nachwuchs, können Eltern sowohl bei Einzelkinder als auch bei Geschwistern ausleben. Zum Faktor Karriere-Egoismus meint zum Beispiel die Psychologin und Germanistin Brigitte Blöchinger: „Sie [Einzelkind-Eltern] stellen ihr Kind nicht so in den Mittelpunkt, wie man das erwarten würde. Das kann man als egoistisch bezeichnen, ich finde es aber eine gesunde Einstellung, wenn einem nicht nur sein Kind wichtig ist. Generell führt das zu einem erfüllteren Leben, und diese Zufriedenheit kommt wiederum dem Kind zugute.“

Und was sagen Studien zum Einfluss eines nicht-geschwisterlichen Aufwachsens auf die kindliche Persönlichkeitsentwicklung mit Blick auf Sozialkompetenz? „Demnach würden Einzelkinder eher ein frühes Erlernen von Kooperation, Konkurrenz, Verantwortung und Teilen einbüßen, während sie über einen Vorsprung in der kognitiven Entwicklung verfügen und bessere schulische Leistungen erbringen als ihre Peers aus Familien mit mindestens zwei Kindern“, heißt es in einem Working Paper des Österreichischen Instituts für Familienforschung, das der Frage „Sind Einzelkinder anders?“ (Was wieder einmal schön zeigt, was die Norm ist und was nicht – gefördert übrigens aus Mitteln des Familienministeriums) nachgeht. Wenn man sich die Ergebnisse zu „Spätfolgen“ des Einzelkind-Daseins im Detail anschaut (Trennungsverhalten, Kinderwunsch, Elternbezug usw.), dann gibt es kaum eindeutige Aussagen. Da wird statistisch hin- und hergerechnet, um wieder nur festzustellen, dass jegliche Kausalzusammenhang-Hypothese nicht haltbar ist – wenn, dann noch am ehesten in Österreich was familiäres Verhalten und familienbiografische Einstellungen angeht; für die Vergleichsländer Frankreich, Norwegen und Russland konnte das nicht festgestellt werden. Was sich jedoch gezeigt hat: die Einstellungen und Werte von Einzelkindern sind tendenziell weniger „traditionell“.

Geschwister-Haben ist übrigens auch nicht immer eitle Wonne oder Garant fürs Nicht-Allein-Sein. Und: Geschwister-Gewalt wird oft bagatellisiert, kann jedoch, wie Forscher_innen herausgefunden haben psychische Störungen auslösen.

Ach ja: Was Statistiken zur Kinderanzahl (in Österreich: 1,44) meistens verschleiern: Der Einzelkind-Anteil ist hierzulande seit den 1960er Jahren (noch) relativ stabil (Österreich 2013: 9,2 % der 18- bis 45-Jährigen sind Einzelkinder).

16 thoughts on “Wann kommt das Zweite?

  1. Ich finde es erstaunlich, dass Du Dich da so in der Rechtfertigungsrolle siehst. Warum eigentlich? Lass die anderen doch reden. Es ist völlig irrelevant, ob und welche Studien es zum Thema Einzelkind/Geschwisterkind geht – als Frau mache ich meine Entscheidung für oder gegen ein Kind doch nicht von irgendwelchen soziologischen Untersuchungen abhängig.

    Am Ende zählt, und das bemerkst Du ja auch, dass Ihr als Familie Euch so wohlfühlt. Das hat niemand zu bewerten. Punkt.

    Wie sich diese Einzelkinder entwickeln, hängt außerdem wesentlich von den Eltern ab. Die Freundin von K1 ist eines und tatsächlich materiell (!) extrem verwöhnt. Dafür kann aber das Kind nix. Wenn die Eltern das so machen und sich alle dabei gut fühlen, so what?

    Ich selbst bin Einzelkind, was ich mal gut, mal weniger gut finde, und habe zwei Kinder. Nie so geplant, aber maximal okay.🙂

    • danke für deinen kommentar. es geht mir gar nicht so sehr um eine rechtfertigung, als vielmehr darum, aufzuzeigen, wie diese andauernd und überall reproduzierten vermeintlichen ideale wirken. wenn man ständig hört, dass die entscheidung für ein einzelkind keine gute ist (in unterschiedlicher direktheit), dann gibt es momente, in denen das nagt oder ein schlechtes gewissen macht – ganz egal, wie ich das sonst sehe. und dass normen lebensplanungen (in eine möglicherweise ungewünschte richtung) prägen können, glaube ich schon. insofern rechtfertigt sich ein teil von mir ja vielleicht doch irgendwie …

  2. Vielen Vielen DAnk für diesen Artikel! Ich habe hin & wieder vor einiger Zeit drüber gebloggt weil unsere Situation genau di gleiche war: Rechtfertigungs-Situationen und „ANmerkungen“ wohin man auch hörte. Ich hatte es so satt! Und schuldgefühle bleiben ja nicht aus – die muss man erstmal abarbeiten…
    Ich danke dir sehr dass du das Thema so komplex & klar dargestellt hast!
    Deine Mama007

  3. Übrigens: mittlerweile bin ich ohne Rechtfertigungsdruck völlig glücklich & rundum zufrieden mit unserer Ein-Kind-Entscheidung und alle anderen haben bei dem nun 7 Jahre alten Kind auch „aufgegeben“. Was spätere „Ich habs dir ja gleich gesagt….“-Anmerkungen im Pubertäts – und Erwachsenenalter natürlich nicht ausschließt.

  4. Ich kann Deine Beobachtungen von der Gegenseite aus bestätigen: solchen blöden Kommentaren habe ich nie zu begegnen. Nur ein einziges Mal, als wir aus dem Krankenhaus mit dem Kleinchen heimkamen, also ein paar Stunden nach der Entbindung, meinte der Nachbar: Nu, und jetzte noch drei, dann haste die Hand voll – schöön! – Aber der hat sowieso manchmal andere Maßstäbe😉
    Meine Freundin mit vier Kindern muss immer beteuern, dass alle vom selben Mann sind. Krass, oder?

  5. hej, ich erinnere mich an die oh so weise grinsenden leute: egal was du sagst, da kommt sicher noch eins! was ich so bekloppt fand. damals wollte ich nicht. das hat sich geändert, auch gut. meine chinesischlehrerin hat einmal gesagt: ein kind ist toll, du bist MIT dem kind unabhängig. viele grüsse

  6. Also ich bin Einzelkind und hab mir ab da kein Geschwisterlichen mehr gewünscht, als mein Papa mir erklärte, dann müsse ich alles teilen. Für eine vierjährige normal, dass sie das nicht will. Dennoch bin ich ein Erwachsener geworden, der gerne teilt und keine bleibenden Schäden davon getragen hat. Ich find Einzelkinder sind kein bisschen anders, als Kinder mit Geschwistern. Auf beiden Seiten gibt es Egoisten und auch welche mit späterem Helfersyndrom. Das hat wohl eher mit den Eltern und weniger mit der Anzahl der Geschwister zu tun.

    Ich persönlich möchte aber viele Kinder, aus einem einfachen anderen Grund. Obwohl meine Eltern Geschwister haben, war ich das einzige Kind in der Familie. Das Endglied der Kette. Das hat mich schon belastet, als ich älter wurde. Ich hatte den Gedanken, dass nach mir die Familie ausstirbt, ich ganz alleine übrig bleibe. Es ist schon so, dass ich will, dass meine Kinder immer noch einander haben, wenn es uns Eltern mal nicht mehr gibt. Klingt blöd, aber ist durchaus so. Und ja, ich weiß wohl, dass viele Kinder keine Garantie auf Familie sind. Mein Vater hat 4 Geschwister und die reden alle seit 20 Jahren nimmer miteinander.

    Dennoch hoffe ich, meine Kinder werden sich immer so weit zusammen raufen können, dass sie Kontakt haben und in den gemeinsamen Erinnerungen Halt finden.

    Als die Große etwa 1,5 Jahre war, habe ich mir ernsthaft überlegt, ob ich noch mehr Kinder will. 2 finde ich aber blöd. Entweder eines, oder so viele, dass wirklich Leben in der Bude ist, bis ich alt und grau bin.

    Etwas ist aber bei Einzelkindern anders: Wenn sie aus dem Haus sind, müssen die Eltern den Platz und die Zeit viel eher mit etwas Neuem füllen. Da ist jeder gut beraten, der sein Leben nicht nur ums Kind gebaut hat. Meine Eltern haben sofort viel mit ihrer frei gewordenen Zeit anzufangen gewusst. Aber ich habe Mütter gesehen, die trotz – oder wegen Teilzeitberuf – in der freien Zeit in ein tiefes Loch fielen, nur noch vorm Fernseher saßen, oder wie zufällig immer ein Glas guten Weines zur Hand hatten.

  7. Oh ja! Sowas von ja. Das Kiddo ist grad 9 Monate alt, und seit nicht erst gestern wird mir bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Zwei-Kind-Geschichte abgespult. Was ich will? Der Mann will? Warum wir das (nicht) wollen? Egal. Als ob wir mit dem einen Kind als Familie nicht komplett wären – wurscht, ob wir uns komplett fühlen oder nicht. Auch so ein Kommentar zur Verkündung der Schwangerschaft: „Jetzt seid Ihr endlich eine richtige Familie!“. Vorher waren wir anscheinend keine richtige Familie, weil wir vor dem Kind schon ein paar Jahre verheiratet waren, ohne Kinderplan, und der Hund zählte ja eh nicht. Seufz.

  8. Mhm, ich hab das jetzt nicht so genau recherchiert, aber gehört das nicht zu den klassischen wie-du-es-machst-machst-du-es-falsch-Themen im Dunstkreis der Elternschaft? Statistisch gesehen haben die Zwei-Kind-Eltern vielleicht am wenigsten mit Ressentiments zu kämpfen, aber ich als Mutter von drei Kindern habe auch schon vor der Geburt des dritten von sehr Vielen Abwehr gehört (sogar die Hausärztin mischte sich ein), gerade drei sei ganz schwierig für die Geschwisterkonstellation, ja, schon ab zweien könne man ja nicht mehr alles bieten und genug Aufmerksamkeit und Zuwendung wären auch nicht mehr gesichert usw.usf. Also wahrscheinlich sollte man sich tatsächlich nicht beirren lassen, jeder Familienentwurf hat sein Für und Wider und jede/r soll selbst entscheiden können, was für sie/ihn der richtige ist!

    • ja, blöde kommentare zum 3. kind kenne ich indirekt aus dem freund_innenkreis/bekanntenkreis:/ aber das mit „man kann es ohnehin nur falsch machen“ ist eine gute anmerkung, denn auch mit zwei kindern „alles richtig“ machen natürlich auch nur mehr oder weniger privilegierte eltern (sprich man ist zu zweit, verheiratet, heterosexuell, finanziell abgesichert etc) …

  9. Das ist einfach krass. Ich erinnere mich ehrlich gesagt nicht an blöde Kommentare als wir noch mit einem Kind waren. Vielleicht weil ich immer wusste dass wir weitere Kinder wollen. Nun ist das zweite Baby da und jetzt fällt es mir auf. Furchtbar. Zwei Kinder. Junge und Mädchen. Mir wird nun offenbar größter Respekt entgegen gebracht weil ich uns die perfekte Kleinfamilie hingezaubert hab. Da wird mir echt anders.

    • Ha, das ist was, was ich beim dritten auch GANZ furchtbar fand, es war nach zwei Mädchen ein Junge. UND ungelogen 80% aller Gratulationen tönten: Na endlich… hat sich also gelohnt… Glückwunsch zum Stammhalter (!) oder: Da hat sich dein Mann bestimmt gefreut. Bäks.

      • Boa, wie ätzend. Als ich mal entgegnete dass ein zweiter Junge ja ebenso schön gewesen wäre, erntete ich tatsächlich Verwunderung. Ich fasse das garnicht.

  10. Danke für Deinen Beitrag. Das ist hier auch seit zwei Jahren (so alt ist unser Sohn jetzt) immer wieder Thema. Ich finde es anstrengend mich für die Ein-Kind-Familie rechtfertigen zu müssen. Es gibt für uns sehr viele verschiedene Gründe weshalb es bei dieser Familienkonstellation bleibt. Trotzdem wird sie selten kommentarlos einfach akzeptiert. Und ja, auch bei mir verursacht das teilweise ein schlechtes Gewissen und die Überlegung ob ich mit dieser Entscheidung gegenüber unserem Sohn etwas falsch mache. Aber mein Bauchgefühl sagt – anders als beim Ersten Kind (was aus tiefsten Herzen gewollt war) – auch jetzt nach zwei Jahren weiterhin nein. Ich muss mir wohl für die nächsten Jahre noch ein dickes Fell zulegen…

  11. Eine sehr gute, sehr soziale Freundin, die als Einzelkind aufgewachsen ist, meint, Einzelkinder müssten früher lernen, sich um Beziehungen zu bemühen. Freunde könne man verprellen, Geschwister wären immernoch da, egal wie schlecht man sich benommen hätte…

  12. Prinzipiell kann hier keine Studie echte Ergebnise liefern. Dazu müsste man ein und dasselbe Kind in demselben Umfeld mit denselben Eltern und Einflüssen mit bzw. ohne Geschwister aufwachsen lassen. Das Ganze dann jeweils in der Bub/Mädchen-Version.

    Und der Blog spricht auch nicht wirklich die positiven Aspekte an. Was ich von meinem Bruder gelernt bzw. abgeschaut habe. Wo ich ihn immitiert und kopiert habe, ihm nachgeeifert bin.
    Und ich werde nie vergessen, wie mein großer Bruder sich schützend vor mich gestellt hat, weil jemand mich – einen Unterlegenen – angestänkert hat. Und genau so konnte meine kleine Schwester (heute 37) auf mich zählen und kann es heute noch. Und das kann sie, obwohl sie eine Narbe von mir an der Stirn trägt (nicht traumatisiert)…

    Zu meinen Geschwistern fühle ich mich ganz anders verbunden, als ich es zu meinem besten Freund tue, den ich auch seit stolzen 32 Jahren kenne (ich bin heute 38). Geschwisterbande sind etwas ganz besonderes.

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