Gesprächsfetzen in der Mittagspause. Postpartum

Kollegin zur schwangeren Kollegin: „Boah, hast du keine Angst vor der Geburt? Das wird sicher furchtbar.“

Schwangere Kollegin (lacht verlegen): „Naja …“

Kollegin: „Also ich will keine Kinder. Das wäre dann ja das Ende der Spaßzone da unten. Nein, sicher nicht.“

Es entspinnt sich mit den anwesenden männlichen Kollegen ein Gespräch über die Furchtbarkeit einer Geburt (besonders für „teilnehmende“ Väter: „voll arg“). Die schwangere Kollegin wird immer leiser.

Ich (die einzige in der Runde, die tatsächlich schon ein Kind geboren hat): „Hauptsache alle, die noch nie eine Geburt hatten, wissen Bescheid. Wirklich unangebracht euer Gespräch.“

Kollegin: „Aber ist doch so, oder? Da wird einfach alles zerstört. Ende der Spaßzone.“

Ich (in Gedanken): „Soll ich dir jetzt meine Vagina zeigen oder was?“ Ich (tatsächlich): „Wie kommst du auf so etwas?“

Kollegin: „Das hält mir meine Mutter bis heute vor. Dass ich ihr alles ruiniert habe…“

Betretenes Schweigen am ganzen Tisch.

(…)

Später höre ich zufällig, wie besagte Kollegin den Chef fragt, ob sie und ihr Freund Freikarten für die bald stattfindende Kinder-Messe „Kiddyworld“ haben können.

Gesprächsfetzen zum Weiterlesen: Gesprächsfetzen. Postpartum

8 thoughts on “Gesprächsfetzen in der Mittagspause. Postpartum

  1. Oh, was für eine nette Kollegin! Das wird wohl für Euch immer die Kollegin mit der Spaßzone bleiben. Wie stellt sie sich das eigentlich vor, wie das funktioniert, dass viele Frauen mehrere Kinder haben?

  2. „Ende der Spaßzone“ – da muss ich an ein „tolles Sexleben“ als Norm denken. Gibt ja sonst nichts wofür es sich zu leben lohnt…

    Und wie immer passend, die Geburtshorrorgeschichten. Mein Partner erzählte im Vorfeld, dass wir gern eine Hausgeburt hätten. Seine Kollegin: „Ich hatte mal ne Freundin, die ist daran gestorben.“ Empathievermögen 1 plus.

  3. Untenrum alles kaputt | Wildgans's Weblog

  4. Stimmt wohl in vielen Fällen tatsächlich, dieser Spruch: Obwohl hundert Jahre Psychotherapie, die Welt ändert sich nicht zum Guten….Habe einen Link hierrauf in meinem Blog gesetzt….Gruß von Sonja

  5. na ja, wirklich schockierend wird der mitschnitt des gespräches ja an der stelle, wo deutlich wird, woher die große angst dieser kollegin kommt (die ihre empathiefähigkeit offensichtlich überlagert).

  6. Wow, echt! Das ist nicht einmal vor der Erklärung von @krachbumm nachzuvollziehen, und die fand ich schon ganz einleuchtend:)

    Du hast schön reagiert. Im Nachhinein fallen einem immer hübsche Dinge ein, die man selbst vielleicht hätte sagen können, wie z.B. „Was für eine neumodische Idee ist das denn, Spaß beim Sex? Auch noch für die FRAU!!!“ Aber meist sind die Empathieschwachen ja auch zugleich die Ironieverweigerer.😦 „Spaßzone“ … *Kopfschüttelgeräusch

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