Die Frau: anders als der Andere?

Genug der „Friede, Freude, Eierkuchen“-Besinnlichkeit? Poststrukturalistisches Naschwerk zum nach-weihnachtlichen Klischee-Fasten (… oder so ähnlich):

Sowohl soziale Ordnungen als auch Identitäten bilden sich (…) durch einen für sie wesentlichen Bezug zu einer Andersheit. So ist beispielsweise die Kategorie Mann nur denkbar, wenn sie sich von etwas anderem abgrenzt, wie zum Beispiel von der Kategorie Frau. Die zweite Kategorie wird dabei lediglich zu einer als sekundär betrachteten Ergänzung für die Erste.

(Bild via etsy.com)

Wie der Andere im Alltagsverständnis erfahren wird, Gestalt annimmt und wie er im Wahrnehmungshorizont erscheint, wird in Folge zur unmittelbaren Realität und Gewissheit. Eine Wahrnehmung erzeugt so in wiederholenden, tagtäglichen Prozessen ‚Evidenz’. Im Erlebnismodus der Unmittelbarkeit, das heißt durch das Ausblenden von komplexen, sozio-kulturell vermittelten und kognitiven Prozessen wird die Wirkung der Evidenz bestärkt. Eine Erfahrung des Anderen verweist auf Ordnungen und Kontexte, die in ihren Grenzen variieren. Wie etwas erscheint, hängt davon ab, wie bestimmte Erfahrungsmöglichkeiten ausgeschlossen und gar nicht denkbar sind.

 

Vor dem Hintergrund eines Identifikationsangebotes, das eine sozio-kulturelle Ordnung bereit hält, identifiziert sich das Individuum aus dem Grund, weil es (…) nur so – als soziale Kategorie – zu sozialer Existenz gelangen kann.

Zitate: Stephan Moebius – Die soziale Konstituierung des Anderen.

 

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