Heimlichkeiten

Streiten. Über zwei Kilo zu viel lamentieren. Kekse essen.

Über den Nachbarn lästern. Die Geduld verlieren. Eitelkeiten vorm Spiegel. Wutanfall. Unfreundlichkeit.

Weinen.

Unglaublich, wie viel ich vor K. zu verheimlichen suche. Unglaublich auch, wie selten das mir gelingt.

Während ich mir bei manchen dieser Heimlichkeiten ziemlich sicher bin, dass ich dieses Verstecken so will, bin ich bei anderen wiederum ziemlich unsicher: Wenn ein Kind die Eltern nie streiten sieht, wie soll es sich dann eine konstruktive und respektvolle Streitkultur aneignen. Andererseits: Wie oft habe ich in letzter Zeit konstruktiv gestritten? Oder wie ist das mit dem Geduldverlieren? Oder dem Wütend-Werden? Das gehört eben auch zum menschlichen Verhaltensrepertoire. Aber kann man einer Einjährigen schon vermitteln: „Es ist ok, aber nicht unbedingt super“?

Ich wünschte, ich hätte zu all dem bereits eine feste Meinung. Aber der Richtig-oder-falsch-Zug ist schon abgefahren. Gleichzeitig ist es doch nur ärgerlich, dass ich die Welt schwarz-weiß male (oder zu malen versuche), wo ich doch stets eine Verfechterin vom Zwischen war. Bin?

Oh, wie subtil kommst du manchmal daher, du „perfekte-Mutter“-Druck … und wie einsam sich solche Gedanken an einem trüben Vormittag im Advent anfühlen können.

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