Aha, darum geht’s also Oder: Der schwere Abschied von Mutti

Taz-Redakteur Ambros Waibel weint in dieser Kolumne der Mutti hinterher. Nicht seiner, sondern dem Konzept an sich. Muss er das tun, um seine heutige Identität zu legitimieren? So kann sich das jedenfalls unterm Strich lesen. Einleitend erklärt sich Waibel progressiv: Um den Keim des Neuen zu setzen, müsse erst einmal ordentlich Abschied genommen werden.

Mutti ist heute tot. Nicht meine – zum Glück. Nur Mutti an sich. Man muss ihr nicht nachweinen. Aber manchmal, wenn das Ich-ich-ich-Gezeter der Elternwelt im privaten wie im politischen Raum überhand nimmt, wenn ich die mal verzweifelt, mal aggressiv wegorganisierten Kinder (auch meine) so anschaue; wenn ich die Meinung höre, das Konzept Mutti habe viele „kreative Lebensentwürfe“ verhindert (was stimmt) und mit dem Werfen des Konzepts Mutti auf den Ideologiemüllhaufen der Geschichte würde nun automatisch alles besser (was ganz bestimmt nicht stimmt, jedenfalls nicht für die Kinder), dann denke ich schon, dass ich froh bin, dass ich eine Mutti gehabt habe: Es war wunderschön, es war nicht fair, aber so war es – und es ist vorbei.

Abseits seines persönlichen Triumphes zumindest selbst noch eine Mutti gehabt zu haben, möchte ich einen beiläufigen Einschub aus obigem Zitat (der Schlusspassage übrigens) herausgreifen: Nur weil man das Konzept Mutti auf den Ideologiemüllhaufen wirft, werde ganz bestimmt nichts besser, jedenfalls nicht für die Kinder, meint der taz-Redakteur.

Aha, denke ich erst. Und dann: Spinnt der? Und dann: Hat er vielleicht Recht? Und dann: Natürlich nicht. Wieso lebt das Dogma der Unersetzbarkeit einer echten Mutter selbst dort, wo man es nicht erwartet?

Zum Glück ist Waibels Frau keine Mutti: Am Rockzipfel.

Und zum Trost:

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