Wenn ich …

… jetzt losgehe, bin ich in 91 Stunden am Meer. Sagt Googlemaps. Mit dem Zusatz: „Seien Sie vorsichtig! – Auf dieser Route gibt es eventuell keine Bürgersteige oder Fußwege.“

91 Stunden, das sind nicht einmal vier Tage. Donnerstagnacht wäre ich dann also am Meer. Wenn ich nicht vom Weg abkomme. Triest soll schön sein, heißt es. Ich stelle mir eine Autobahn in der Dunkelheit vor. Den Pannenstreifen und mich. Mit meiner grünen Tasche auf dem Weg nach Süden. 91 Stunden zum Meer. Wenn es kalt ist, ist das Meer ein anderes. Selbst das Mittelmeer. Obwohl. Das Mittelmeer habe ich bisher nur im Sommer gesehen. Eine Vorahnung, sonst nichts.

In den kommenden 91 Stunden werde ich aber nicht gehen. Zumindest nicht nur und nicht vorrangig. Ich werde 21 Stunden schlafen. 2 Stunden in einer Lehrveranstaltung sein. 2 Stunden in der Spielgruppe. Wie viele Stunden U-Bahn-Fahren? Vielleicht 2. Die Zeit im Untergrund, auf den Bahnsteigen und den Rolltreppen und den Aufzügen mitgerechnet. Ich werde zwei Stunden kochen und eben solange essen. Sieben Stunden mit K. in ihrem Zimmer verbringen. Mindestens. Eine Stunde Kinderlieder vorsingen. Ich werde hoffentlich 1,5 Stunden für mich musizieren und 3 Stunden schreiben. 1 Stunde lesen. 1,5 Stunden im Bad verbringen. Die Aufzählung ermüdet mich. Routine schont die Nerven. Sagt wer? Oder heißt es doch anders: Routine nervt?

Vielleicht doch lieber 91 Stunden gehen.

Wenn ich jetzt losgehe, bin ich Donnerstagnacht am Meer.

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