Du bist mein Tag

Sollen wir es versuchen?
Der Tag zu diesem Satz jährt sich. Heute.
Es. Was ist das?
Es „ist“ nicht. Nie gewesen.
Es bewegt sich, es verändert sich.
Mitreißend. Holprig. Unberechenbar.
Eine Mit-allen-Sinnen-Vertrautheit.
Zum Hineinsinken. Zum Ein-Stück-mittragen-Müssen.
Ich vergesse wie wenig selbstverständlich es in seiner Selbstverständlichkeit ist. Das ist ein Liebesbrief. Denn dieses Es ist immer da. Auch dann, wenn wir es wieder finden müssen.

Ja, es wird versucht.
Von dir. Von mir. Von uns. Jeden Tag aufs Neue.

Sollen wir es versuchen? Ja, wir sollen. Weiterhin. Immerfort.

Ich muss an Rilke denken. An das Leben und an die Nacht: „Das ist mein Fenster. Eben
bin ich so sanft erwacht. Ich dachte, ich würde schweben. Bis wohin reicht mein Leben, und wo beginnt die Nacht?“ Es verwebt uns, lässt Grenzen verschwimmen.
Trotzdem frisst es keinen auf.
Jeder hat sein eigenes Fenster.
Seine eigene Nacht.
Sie sind verwoben. Du bist mein Tag.

Seit einem Jahr versuchen wir es zu dritt.

Wir machen das gut. Meistens. Es.
Das beständige Versuchen.
Zu zweit – und zu dritt auch. Es ist jetzt anders. Irgendwie. Und irgendwie nicht. Ich bin anders und du, glaube ich, auch. Manchmal fühlt es sich so an. Dabei ist es doch nur so, dass wir weiterhin wir sind. Und noch mehr.

Willst du es weiter mit mir versuchen?

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