Urlaub in Utopia

Westliche Vorstellungen und Urlaubsfantasien von tropischen Paradiesen werden nach wie vor gespeist aus Kategorien der geschlechtlichen Differenz.

Bild via Google-Bildersuche

Bereits die Berichte der einstigen Entdecker zeichneten sich durch eine spezifische Sprechweise aus, die ihre Kraft aus einer sexuellen Dimension zog. So schreibt Amerigo Vespucci über die Menschen in der „Neuen Welt“, dass sie „gemäß der Natur“ lebten, „nackt und ohne Scham“ waren. Die Frauen „blieben nach der Schwangerschaft attraktiv, begehrten und vergrößerten den Penis ihrer Liebhaber mit Zaubermitteln“ (In: Stuart Hall „Rassismus und Kulturelle Identität“, 1994).

Während Europa häufig als kühne, aufrechte männliche Gestalt konnotiert wird, allegorisierte man den „neuen“ Kontinent oftmals als Frau. Stuart Hall schreibt dazu:  „Sexualität war ein machtvolles Element in der Phantasie, die der Westen konstruierte, und die Vorstellungen sexueller Unschuld und Erfahrung, sexueller Beherrschung und Unterwerfung machen einen komplexen Zusammenhang im Diskurs des ‚Westens und des Rests‘ aus.“

Bild via Uni Bielefeld („America“ von Jan van der Straet)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s