Gesprächsfetzen am Wohnzimmertisch. Postpartum.

Besucherin an ihn: „Super, dass du in Karenz gehst!“

Besucher an ihn: „Ach, du wickelst das Baby. Super!“

Besucherin an ihn: „Was für ein süßer Strampler! Den hast du gekauft? Super, dass du das machst!“

Besucher an ihn: „Du übernimmst manchmal das Zu-Bett-Bringen? Und sie schläft dann? Super!“

Besucher an sie: „Super, wie er sich ums Baby kümmert. Da bist du froh, nicht?“ – Sie: „…“ – Er: „…“

Was für Mütter selbstverständlich ist, ist für Väter erwähnenswert

aus: Mythos neue Väter (Spiegel)

Lesetipp | Zwei Sichtweisen: Vater unser der du bist im Meeting (SZ) vs. Der ist vorzeigbar (derFreitag)

In Österreich sind etwa 5 Prozent der Kindergeldbezieher_innen männlich – laut einer FORBA-Studie von 2011 handelt es sich dabei vor allem um Selbstständige, Arbeitssuchende und Studenten.

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Gesprächsfetzen postpartum – Teil 1: An der Bar

4 thoughts on “Gesprächsfetzen am Wohnzimmertisch. Postpartum.

  1. das schlimme ist aber: Es ist wirklich erwähnenswert, wenn der Vater sich selbstverständlich kümmert. In meinem Bekanntenkreis passieren da Dinge, die mir die Haare zu Berge stehen lassen. Väter fahren eine Woche nach der Niederkunft in Urlaub oder gehen tatsächlich niemals allein mit dem Kind aus dem Haus. Klar findet man als Mensch, der nicht in beknackten Rollenklischees wohnt, es seltsam, wenn die Väter gelobt und die Mütter als default-Dienstleister agieren, wenn beide sich ums GEMEINSAME Kind kümmern, aber ich sehe es vielleicht ein bisschen wie im Artikel aus dem Freitag: Loben ist ok, weil sie sich ja durchaus von anderen abheben in ihrem Tun und man das wahrscheinlich gerne bestärken will. Positive Rückkopplung vielleicht.

  2. Ja, prinzipiell sehe ich das auch so. Auf irgendeiner Metaebene allerdings. Ganz persönlich gefühlt, war das für mich in den ersten Wochen mit Baby schon schwer. Das ist vielleicht kindisch, aber er war für alle der Superhero und ich war halt die Mama. Wir kümmerten uns in der Zeit ziemlich ausgewogen um das Kind, ich jedoch hatte zudem Schwangerschaft und Geburt hinter mir. Ein paar gesellschaftliche Schulterklopfer (nicht nur von den engsten Freunden) hätten mir damals auch gut getan. – Und für ihn war es ebenso ein bisschen befremdend und auch ärgerlich, meinte er übrigens, weil er ständig für solche Dinge gelobt wurde („Manchmal habe ich das Gefühl, die Leute sind tatsächlich überrascht, dass ich nicht vollkommen deppert im Umgang mit meinem eigenen Baby bin …“).

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