Blöde Pärchen?

In ihrem neuen Buch „Liebe wird oft überbewertet“ desillusioniert Christiane Rösinger die romantische Zweierbeziehung und ruft dazu auf, sich aus der heterosexuellen Beziehungsnorm zu befreien. Warum? Zum Beispiel, weil das „Pärchentum […] immer die schlechtesten Eigenschaften des Einzelnen nach oben“ bringe und „deshalb am laufenden Band unglückliche Paare, die wie geprügelte Hunde nebeneinander durchs Leben schleichen“ produziere.

Love as a Theory?

Love as a Theory

Bild via flickr.com/photos/dizka

Manchmal habe ich das Gefühl, mich für mein Dasein als Teil eines Pärchens mit Kind rechtfertigen zu müssen. Auch – oder vielleicht besonders – vor mir selbst. Bin ich allein deshalb schon konservativ, weil ich in dieser traditionellen Struktur lebe? Wie sehr bin ich selber schuld daran, in Geschlechter-Fallen zu tappen? Wie viel ist mein Bild von der Liebe geprägt von Sozialisation, Kultur und Ökonomie? Und wie wirkt sich der Feminismus darauf aus?

 

„You were far too young dear
To get so close to the clouds
No one told you to stay awake
For pleasures of that kind“

(The Dø | Song for Lovers)

 

Sehr interessantes (und leider auch sehr altes) Textmaterial aus den Tiefen des Internets rund um das Thema Feminismus und Romantik habe ich bei hoydenabouttown.com und ceiberweiber.at gefunden. Nicht gelesen, aber vielsagend klingt übrigens „Die Fesseln der Liebe“ von Jessica Benjamin dazu.

5 thoughts on “Blöde Pärchen?

  1. Na, das klingt ja mal wieder wunderbar pauschalisierend… Soll doch bitte jeder nach seinen Neigungen leben. Da braucht man doch nicht ewig rumdiskutieren und scheinbar provozierende (in Wirklichkeit aber nervige) Bücher zu veröffentlichen.

  2. Ich finde schon, dass in unserer Gesellschaft ein irrer Druck herrscht, eine Zweierpartnerschaft (hetero) einzugehen. Ein Muss, wie einen Job zu haben. Dass man (oder ich z. B.) sein Glück auch ohne Beziehung findet, nimmt mir selten wer ab. Dazu kommen die ständigen Fragen, ob ich vielleicht jemanden kennengelernt habe. Bäähh!

  3. Ich lese auch grad in dem Buch von Christiane Rösinger rum (ich leihe es mir zwischendurch immer wieder von meiner frau ;-)) …
    (so) pauschalisierend ist das gar nicht, bestenfalls zugespitzt und polemisch (und zudem irre witzig und klug).
    Ich glaub, da soll ja auch gar nicht ein Leben ohne Paarbeziehungen zur neuen Norm gemacht werden (oder doch?). Stattdessen werden die Mechanismen der „Paarideologie“ auseinandergenommen, die es jeder und jedem „nahelegen“, eine Paarbeziehung einzugehen und suggerieren, man wäre sonst nicht „komplett“. Und diese Kritik finde ich schon wichtig.

  4. Ich hab mich mit dem Buch nicht beschäftigt (möchte es auch gar nicht) und hab nur meinen ersten Eindruck auf den Blogeintrag geschrieben. Für mich gibt es in der Frage einfach keinen Diskussionsbedarf.

    Wenn man probiert eine gesellschaftliche Norm zu zerstören, sollte man nicht den Fehler begehen gleich eine neue zu schaffen. Ich möchte nicht als konserativ angesehen werden, bloß weil ich in einer Paar-Beziehung lebe. Und niemand wird zum Revoluzzer, nur weil er/sie keine Frau/keinen Mann findet.

    Dazu passen Otto Grünmandl: „Politisch bin ich vielleicht ein Trottel, aber privat kenn ich mich aus.“ Bitte politisierts mir nicht die Liebe.😉

  5. Wenn von Pärchentum gesprochen wird, dann muss sich das doch nicht auf heterosexuelle Beziehungen allein beschränken?!
    Davon abgesehen dass ich an das Gegenteil glaube- eine Beziehung, die wirklich Beziehung ist bringt Gutes und nicht Schlechtes hervor.

    Dass keine gleichen Rechte, gleiche Akzeptanz für jede Form von Beziehung (zweier oder mehrer gleichberechtigter Partner(um Zoophilie o.ä. auszuschließen)) herrscht finde ich, ist eine unsägliche Scheiße. Aber dann damit anzufangen meine nicht so zu leben wie ich es möchte oder mich damit schlecht zu fühlen, kann nicht die Lösung sein. So denke ich.

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