Anfang

Als der Morgenverkehr hinter den Jalousien zu brummen begann, legte man sie mir auf die Brust. Sie war so klein. Ich war so müde. Monate später ist sie immer noch klein und ich bin immer noch müde. Nie zuvor in meinem Leben hatte ich schier unendlich Zeit, meinen Gedanken nachzuhängen. In den Stunden, in denen ich im Dunkeln auf und ab gehe, in den Momenten, in denen ich gefangen von einem jede Bewegung registrierenden schlafenden Körper wie zu Eis erstarrt gegen die Wand gelehnt sitze. Und ich hadere, erfinde mich wieder und wieder, plane eine Zukunft, vermisse die Dinge, die niemals sein werden, freue mich über winzige Körperteile. Ich bin glücklich. Meistens. Manchmal nicht. Der neue Anfang fühlt sich dann an wie das Ende von dem Ich, das ich war. Das macht mich traurig.

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