“Auch ich stand schon mit Tränen in den Augen im Hausflur”

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Es war ein Nebensatz in einem Beitrag von Barbara Vorsamer (Dürfen, Wollen, Müssen – über Erziehung und Consent), aber er hat mich sehr berührt:

Auch ich stand schon mit Tränen in den Augen im Hausflur, weil sich mein Kind mit allen Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, gegen das Anziehen wehrte. Wegrennen, sich Verstecken, Rumbrüllen, Heulen, sich auf den Boden werfen, sich komplett schlapp machen oder sich alles, was ich ihr angezogen habe, sofort wieder ausziehen.

Diese überwältigende eigene Unzulänglichkeit, diese Unentfliehbarkeit einer schwierigen Situation und die innerlich brennende Wut, die Verzweiflung angesichts eines unkooperativen Kleinkindes gehören für mich zu den hässlichsten Gefühlen von Elternschaft. Die Einsamkeit in solchen Momenten ist bitter in ihrer Ausweglosigkeit und ihrer Unsichbarkeit.

Erst kürzlich stapelten sich derlei Situation an einem Vormittag zu einem unüberwindbaren Berg vor mir auf – ironischerweise nicht etwa, weil ich etwas für mich durchsetzen wollte, sondern um ein Treffen mit Freund*innen des Kindes vorzubereiten (Picknick-Rucksack packen, mit Sonnencreme einschmieren, anziehen). Die Dreieinhalbjährige und ich stritten ohne Ende, weil jeder Handgriff und jedes Wort von mir Aggressionen in ihr weckten, die ich nicht einordnen konnte. Schließlich verließ ich die Szene, rauschte in mein Zimmer ab, schmiss die Türe etwas zu fest zu und warf mich mit Tränen in den Augen und Wut im Bauch aufs Bett. Wenn ich in solchen Momenten an Ratgeber-Besserwisser*innen und ihre Handlungsanleitungen “zum Wohle des Kindes” denke, wird mir übel und ich möchte sie alle mit ihren eigenen Büchern bewerfen.

Ich wollte einfach alleine sein. Nur ich und meine Gedanken. Nur mein Tempo. Nur meine Bedürfnisse. Eine Decke schnappen und ein Buch, mich an das schattige Flussufer legen, die Beine in die Sonne strecken und einen Nachmittag vertrödeln. Stattdessen musste ich mein ausufernde Verzweiflung sammeln, die Tränen trocknen, meinen Körper beruhigen, die Wut veratmen … und Mutter sein.

Julia Geiser

(c) Julia Geiser via julia-geiser.ch

Und auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt, weiß ich doch gewiss, dass nicht nur ich mit solchen Situationen kämpfe. “Kinder bringen uns an unsere Grenzen”, ja sicher, das hört und liest man oft. Aber was das bedeuten kann, schon seltener. Deswegen bin ich auch dankbar erfreut über den eingangs erwähnten Satz und den Tränen darin. Diese Verzweiflung kann Teil von Elternschaft sein, der für viele (alle?) völlig normal zum Alltag gehört. Es ist nicht außergewöhnlich, dass es schwer auszuhalten ist, wenn die eigenen Befindlichkeiten beständig hintan gehalten werden müssen, um Situationen nicht eskalieren zu lassen.

Überforderung.

Oh ja, ich bin manchmal ziemlich überfordert mit dem Kind. Aber das ist kein Dauerzustand – was bei mir auch an einer geteilten Elternverantwortung und an relativ unbelastenden Lebensumständen liegt. Wie überfordert jemand ist, hängt nicht zwangsweise mit der inneren Konstituierung zusammen, sondern massiv mit dem Umfeld und den Abhängigkeiten oder Zwängen darin.

Julia Geiser

(c) Julia Geiser via julia-geiser.ch

Kürzlich wurde auf fuckermothers auf den Beitrag Traurige Mütter von Márcia Elisa Moser verwiesen – aber erst jetzt erschließt sich mir dieser unverhofft in Bezug auf meine eigenen Mutterschaft. Wie oft habe ich gezögert, von ambivalenten Gefühlen etwa von der Geburt zu berichten, weil ich Angst hatte, es würde sofort als erfahrenes Trauma verstanden oder von den Anstrengungen des ersten halben Jahres, weil ich befürchtete, es würde als “Offenbarung” einer postpartalen Depression gelesen (von der ich mit Sicherheit wusste, nicht betroffen zu sein). “Über neue, nicht-mutterzentrierte Beziehungs-, Fürsorge- und Familienmodelle löst sich postpartale Depression als Thema, Diagnose und Erfahrung nicht in Nichts auf“, schreibt Márcia Elisa Moser. “In Nichts auflösen könnten und sollten sich aber eben jene Mutterschaftsideale, die die auf Kinder bezogene Liebes- und Beziehungsarbeit hauptsächlich der Mutter zuschreiben und notwendigerweise jedes ambivalente Gefühl gegenüber dieser allumfassenden Fürsorgerolle pathologisieren.

Überforderung nicht nur im ersten Babyjahr zu normalisieren und als beständigen Teil von Elternschaft generell sichtbar zu machen ist wichtig, um die gemeinsamen (all-)täglichen Kämpfe kennen zu lernen. Auch, um die Ursachen für die Unterschiede dieser Kämpfe (und damit die Ansätze für Unterstützungsangebote) klarer sehen zu können.

Die Perfidität des (Nicht-)Aufräumens

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Ich sitze auf dem Sofa. Mir gegenüber zwei Hocker, auf denen sich Bücher, Spielsachen und Westen ausbreiten. Dazwischen steht ein kleines Tischchen, auf dem sich undefinierbare Flecken abzeichnen. Dahinter sehe ich den Esstisch mit einem Stapel alter Zeitungen, leerer Gläser und einem Haufen undefinierbarer (Un-)Wichtigkeiten. Rechts daneben die große Kommode, auf deren Ablagefläche Handtaschen, wieder Bücher, Rechnungen, Karten, zerbrochene und auf das Kleben wartende Alltags- und Spielsachen, mehrere Tiegel Creme und Schokolade zu einem Mosaik der Unordnung angetreten sind. Davor steht eine Klappbox mit alten, vollgeschriebenen Blöcken und Kindheitserinnerungen, die ich neulich angeschleppt habe und die ausgeräumt werden will. Weiter lasse ich meinen Blick lieber nicht schweifen (Küche!).

Diese Wohnung gehört dringend aufgeräumt. Und ich rede nicht vom Putzen, das ist ein anderes Thema. Aber da ich dieser Tage vorübergehend alleine für das Kind verantwortlich bin und es ohnehin viel zu tun gibt, mag ich dafür nicht auch noch Zeit abzweigen. Parallel dazu bin ich auf besonders viele Tweets und Posts von Müttern gestoßen, die sich über aufwändiges Aufräumen beschwerten, das ihre (Home-Office-)Zeit empfindlich reduziert: Betten machen, Spielchaos beseitigen, Tische abwischen, Blumen gießen, Klopapier stapeln, Schuhe zurück ins Regal stellen, Schmutzwäsche aus den Ecken in den Korb klauben, Post hereinholen.

Die Banalität des Aufräumens ist mit keiner anderen der klassischen Putz-Tätigkeiten zu vergleichen – vielleicht gerade deshalb, weil sie schwer auszulagern ist. Und weil es so banal ist, klebt das Aufräumen besonders hartnäckig im Verantwortungsbereich von Frauen. Wurden “wir” tatsächlich sozialisiert, die Unordnung zu sehen und sie als störend zu empfinden? Es ist eine dieser vielen unsichtbaren Aufgaben, die so viele Frauen “nebenbei” erledigen (“Es sind doch nur ein paar Handgriffe”). Ich erinnere mich an Stehsätze aus meiner Kindheit: “den Kindern hinterherräumen” oder “dem Mann nach dem Kochen hinterherräumen”. Vermutlich liegt in der unterschiedlichen Wahrnehmung, welche Tätigkeiten insgesamt zu Hausarbeit und entsprechend erledigt gehören, auch die Ursache dafür, dass Männer subjektiv gefühlt mehr arbeiten, als dies von ihren Partnerinnen geschätzt wird und umgekehrt, wie eine Anfang des Jahres veröffentlichte Umfrage zeigt: “Aus der Sicht der Männer verrichten sie selbst 37,1 Prozent der Haushaltstätigkeiten. Geht es nach den Frauen, erledigen ihre männlichen Gefährten im Durchschnitt aber nur knapp über ein Viertel (26,2 Prozent) der anfallenden Aufgaben. Umgekehrt sind Frauen der Meinung, 73,8 Prozent der Arbeiten zu erledigen, während ihre Partner den Anteil der von den Frauen erledigten Arbeiten auf 62,9 Prozent schätzen.

Selbst wenn wir hier das Aufräumen recht gerecht zu gleichen Teilen übernehmen, bin es doch schlussendlich ich, die ein schlechtes Gewissen hat, wenn es nicht passiert und Besuch Zeug_in der Unordnung wird – aus Unbehagen eben darüber, dass ich als Frau es bin, die in dessen_deren Augen nun als schlampig und nachlässig gilt. Wenn in Familien also die Haushaltsarbeit aufgeteilt wird, dann ist es wesentlich alle Tätigkeiten auf den Tisch zu bringen. Auch, was nebenbei erledigt wird, ist Arbeit und kostet Zeit.

Ich erinnere mich mit Schaudern an die Monate, in denen das noch kleinere Kind die Wohnung innerhalb von Minuten (Sekunden?) in ein Desaster verwandelte. Nicht, dass das heute nicht mehr passiert, aber es wird seltener und dauert länger – dafür ist das Chaos dann auch sorgfältiger arrangiert und ich muss vor dem Aufräumen noch ein Legitimationsgespräch darüber führen, weil mein Ordnungssinn nicht dem des Kindes entspricht.

Bluemilk hatte zum Thema Aufräumen vor langer langer Zeit einen kurzen, aber so wahren Beitrag, den ich zum Glück wiedergefunden habe: “Sometimes it is an explicit negotiation, like take the kids out alone for the morning and in exchange I will pull this house back from the edge of disaster. Mostly it is just an implicit understanding in our house – any time any parent leaves the house for more than fifteen minutes with at least the toddler, if not both children in hand, the other parent (besides skipping about celebrating freedom) will spend a minimum of 15 minutes cleaning the house. (…) But twice in the last week I have returned home with Cormac to find not a bit of shit has been done. It feels like our bond of sacred trust has been broken in this relationship.” In einem anderen schreibt sie vom “Preis einer Sechs-Minuten-Dusche” und ich erinnere mich an den heutigen Morgen, als das Badezimmer während meiner Dusche in ein fantasievolles Lego-Playmobil-Land verwandelt wurde. Das räume ich dann morgen weg …

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So viel dazu. Ein Gesprächsprotokoll

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Ich habe mit dem dreieinhalbjährigen Kind ein Mini-Interview im Vorfeld des Muttertags gemacht.

Ich: “Darf ich dich etwas über Mamas fragen?”
Kind: “Ja, Mama.”
Ich: “Wozu glaubst du, sind Mamas da?”
Kind: “Zum Spielen.”
Ich: “Mit den Kindern?”
Kind: “Genau. Und sie passen auf, dass die Kinder keinen Blödsinn machen. (lacht) Und dass sie nicht nur Süßigkeiten essen.”
Ich: “Und was findest du gut an mir als Mama?”
Kind: “Wenn wir hinausgehen spielen.”
Ich: “Und was findest du schlecht?”
Kind: “Dass du so viel arbeitest.”
Ich: “Hm … Und bei den Papas?”
Kind: “Der Papa arbeitet auch so viel.”
Ich: “Gibt es eigentlich einen Unterschied zwischen Papas und Mamas?”
Kind: “Nein. (kichert plötzlich vor sich hin) Ja, sie haben unterschiedliche Sachen an.”

Damit wäre eigentlich alles gesagt …

… dass ich kein großer Muttertagsfan bin, habe ich ohnehin hier und hier schon einmal in Kürze kundgetan. Allem voran stört mich neben der Kommerzialisierung und der Kollektivierung von Erfahrungen, dass Elternsein bzw. wesentliche Teilaspekte davon zu etwas Geschlecht-Spezifischem gemacht werden. Ach ja, und die Idealisierung von Mutterschaft und gleichzeitige Defizit-Zuschreibung bei Kinderlosen.

Nichtsdestotrotz verstehe ich auch das Bedürfnis, sich einen Tag lang feiern lassen zu wollen. Es wäre nur schön, wenn dabei nicht die vielen oftmals unsichtbaren Geschichten von Mutterschaft verloren gehen – von ein paar davon erzählt folgendes kurze Video (engl.):

Und auch diese Geschichten sind oft unerzählt:

“Flat out, Mother’s Day sucks for some of us. We all have our reasons, those of us in the Challenging Mother Club. By the time ‘the day’ arrives, we’ve been inundated by commercials and email offers and reminders of how much everybody loves their mothers. Just step inside any public space right now and you’ll be inundated with reminders courtesy of capitalism: Your mom is great! All moms are great! Don’t forget to prove to your mom and the world that her greatness has monetary value! And then there’s us: the defectives, the unlovables. For years I had thought I was the only one. Even before the gay disownment, this time of year was always uncomfortable for me. Some years it was downright painful. We’re supposed to love our mothers and tie ourselves into gratitude knots to please them. My not feeling compelled to present myself for continual emotional and mental injury from my mother doesn’t mean I don’t love her. It simply means I’ve chosen to stay alive.” (Katie Klabusich: Why Mother’s Day suck for Some of Us)

“Bei mir ist das so: Meine Mutter ist vor 19 Jahren gestorben. Wir hatten kein ganz konfliktfreies Verhältnis, aber das ändert nichts daran, dass ich sie durchaus vermisse. (…) Aber jedes Jahr pünktlich zum Muttertag wird mir um die Ohren gehauen: ‘DEINE MUTTER!!! KÜMMER DICH!!! ZWANGSLIEBE!!!’ Worauf es mir in der Seele rumblubbert: Nee. Ich war noch nie an ihrem Grab, ich nehme ihre Präsenz im Alltag immer wieder wahr, in den Gesichtern anderer Frauen, in einer Stimme, die ähnlich klingt, beim Geruch von Freesien. So viele Momente. Und die passieren auch ohne stetiges Eindreschen, ohne besonderen Anlass. Dazu brauche ich keinen bestimmten Tag und erst recht keine entsprechenden Ermahnungen. Stattdessen ruft der muttertägliche Werbefrontalangriff in mir vor allem eine Reaktion hervor, und das ist die, mir die Ohren und Augen zuhalten zu wollen und einfach mal loszubrüllen: ‘Lasst mich in Ruhe! Ich würde ja gerne, aber ich KANN NICHT, OKAY?'” (@Natollie: Muttertag? Nun ja.)

“But I know that Sunday is not going to be a great day for everybody. It’s hard for people who’ve lost their moms. It’s hard for those who had crummy moms — and believe me, it hasn’t escaped my notice that in our cultural glorification of motherhood, the fact that a lot of women who’ve had children have done a piss poor of raising them seems to get conveniently left out a lot. And it can also be hard for women who don’t have children, in this season of constant reminders that the best and most important ‘job’ a woman could ever aspire to is motherhood. So to all my female friends who aren’t moms, I just want you to know that I call BS [bullshit] on this garbage too.” (Mary Elizabeth Williams: Sorry about Mother’s Day, my childfree girlfriends: Moms aren’t any more special (or unselfish) than you)

Still not loving Girls’ Day

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Was sind die drei klassischen Lehrberufe für (Wiener) Mädchen? Keine Sorge, wenn die Antwort nicht auf Anhieb einfällt, die Girls’-Day-Machinerie erinnert uns jährlich daran: Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau und Friseurin. Klassisch deswegen, weil sie von 47 Prozent der Mädchen (in Lehre) gewählt werden.

Heute ist es wieder soweit und der Girls’ Day oder, wie er in Wien heißt, Töchtertag, ist angebrochen. Der Tag ist mir seit jeher ein Rätsel und ich verstehe nicht, warum sich die Frauenbeauftragten aller Städte und Bundesländer so darauf stürzen. Also, ein bisschen schon – von wegen Positiv-Image-Kampagne für Politiker_innen, die sich dann mit schweißenden und hämmernden Mädchen fotografieren lassen können. Einen Beitrag zur Auflösung von beruflichen Geschlechterdichotomien leistet der Girls’ Day jedenfalls keinen. Im Gegenteil. Die Frauen und Männern zugeordneten Berufe werden Jahr für Jahr aufs Neue definiert, präsentiert und zementiert. Wobei es natürlich meistens um “typische” und “untypische” Frauenberufe geht. Von untypischen Männernberufen liest man recht selten.

Außerdem finde ich die Fixierung auf spätere (schlechte) Verdienstmöglichkeiten wenig sinnvoll. Statt den Mädchen zu erklären, wenn sie in “typische Frauenberufe” gehen und dort weniger Einkommen haben, sei es in gewisser Weise ihre eigene Schuld – man hätte sie ja vorab gewarnt, dass Verdienst- und Aufstiegschance tendenziell mau seien –, wäre eine Aufwertung eben dieser Berufe und der damit einher gehenden besseren Entlohnung gefragt.

Die Girls’-Day-Rhetorik erinnert bisweilen an die Abwertung von so genannten Mädcheninteressen insgesamt. Der Aktionstag birgt darüberhinaus durch die grundsätzlich positive Konzentration auf die Förderung von Mädchen mit künftig niedrigen formalen Bildungsabschlüssen möglicherweise auch ein wenig beachtetes klassistisches Moment à la “Friseurin-Sein ist igitt”.

In meiner Schulzeit gab es den Girls’ Day noch nicht. Wir hatten im Maturajahr eine Studienberatungsstunde mit einem uns unbekannten Lehrer, der eine skurrile Monolog-Rede hielt: “Frauen in die Technik!” “Es leben die MINT-Fächer!” “Entscheidet euch für Zukunftsstudien!” Wir waren eine reine Mädchenklasse, die sich drei Jahre zuvor für den sprachlichen Zweig des Gymnasiums entschieden hatten. Mathematik, Informatik, Chemie und Biologie hatten wir – lange bevor wir uns dafür hätten interessieren können – (bis auf wenige Einzelstunden) abgewählt.

Aber was genau macht der Girls’ Day anders?

Den Girls’ Day also abschaffen? Mädchen die Chance nehmen, mit positiven Role Models zu plaudern und ihnen bei ihrer “frauenuntypischen” Arbeit über die Schultern zu schauen? Jein. Berufliche Geschlechterstereotypen ließen sich in differenziert konzipierten Berufsinfotagen viel nachhaltiger auflösen, wenn bei der Auswahl der Berufsvertreter_innen eben auf einen Bruch mit Klischees geachtet wird. Sprich, eine Mechanikerin wird geladen, um vor Mädchen UND Buben über ihren Beruf zu sprechen, und ein Kindergartenpädagoge lässt sich von Mädchen UND Buben einen Arbeitstaglang begleiten. Darüberhinaus spiegelt oftmals auch die schulinterne Lehrer_innenschaft eine fachliche Geschlechterrollenverteilung wider, die durchaus diskutabel wäre (… und an dem Punkt könnte ich mich auch in einer Kritik von Unterrichtsinhalten und deren Unsichtbarmachen von Frauenleben und -leistungen verlieren, aber dazu vielleicht später).

Wenn man Jugendlichen tausendmal erklärt, Kindergärtnerin sei ein typischer Frauenberuf und Mechaniker ein typischer Männerberuf, dann kann das durchaus eine abschreckende Wirkung auf spätere Berufswünsche ausüben. Der Traumjob Mechanikerin kann wegen der Aussicht auf die Arbeit in einem reinen Männerbetrieb fallen gelassen werden. Parallel dazu werden Buben durch den Girls’ Day extra darauf aufmerksam gemacht, dass klassische Frauenberufe – die man den Mädchen ausredet – neben dem ohnehin unattraktiven Image auch noch schlecht bezahlt sind. Aus welchem Grund genau sollten Buben dann derlei Berufsentscheidungen treffen?

Unterm Strich richtet der Girls’ Day mehr Schaden an, als er gutmachen kann.

#regrettingmotherhood – Wo sind die Geschichten ohne Aber?

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Ich habe lange darüber nachgedacht, was mir an der Debatte, die der Artikel in der Süddeutschen Zeitung Unglückliche Mütter. Sie wollen ihr Leben zurück ausgelöst hat, nicht gefällt und will versuchen, Worte zu dem Gefühl zu finden. Im SZ-Beitrag geht es um die qualitative Studie der Soziologin Orna Donath von der Universität Tel Aviv, die 23 israelische Mütter im Alter von Mitte zwanzig bis Mitte 70 in intensiven Interviews zu ihren Gefühlen gegenüber der eigenen Mutterrolle befragt hat (der Artikel der Wissenschafterin auf Englisch “Regretting Motherhood: A Sociopolitical Analysis” findet sich hier):

Nur ein einziges gemeinsames Kriterium war es, nach dem Donath die Studienteilnehmerinnen ausgewählt hatte. Allen stellte sie die Frage: “Wenn Sie die Zeit zurückdrehen könnten, würden Sie dann noch einmal Mutter werden, mit dem Wissen, das Sie heute haben?” Was die Mütter in der Studie vereinte, war ihre Antwort auf diese Frage: “Nein”.

Eine in Kontext gesetzte Zusammenfassung dieses Bereuens von Mutterschaft, um das es in dem Bericht geht, findet sich bei fuckermothers.

Nun gab es als Antwort auf den in den sozialen Netzwerken vielfach geteilten und zitierten Artikel eine Reihe von Blogposts und Beiträgen, in denen Mütter ihre Erfahrungen schilderten (#regrettingmotherhood). Ich habe viele angefangen zu lesen und war meistens enttäuscht. Enttäuscht darüber, dass weniger über Reue – also der richtigen Reue über eine Lebensentscheidung – zu lesen war, sondern vielmehr über die ambivalenten Gefühle, die Mutterschaft auslösen kann.

Es ist sehr wichtig, auf diesen Unterschied hinzuweisen und Berlinmittemom macht das in schöner Deutlich- und Ausführlichkeit: “Bei Regretting Motherhood geht es um echte Reue, darum, dass diese Frauen es anders machen würden, wenn sie die Wahl hätten und die Zeit zurück drehen könnten. Dass sie festgestellt haben, dass Mutterschaft nichts für sie ist und dass sie ihre Kinder zwar lieben und versorgen, aber dass sie deren Nicht-Existenz in Kauf nehmen würden, wenn sie könnten. Und dafür lieber nicht Mutter sein.” Sie berichtet dann von einer eher unsuprigen Autofahrt mit genervten Kinder, Stau und Dauerbeschallung mit Hörspielen. Eine Situation, der sie in diesem Moment liebend gerne durch eine Tür entfliehen wollte – und dann formuliert Anna das Wesentliche: “Ich möchte diese Tür nämlich nicht als magisches Utensil, um mein Schicksal zu ändern, sondern lediglich als Pausetaste in meinem Alltag. Ich möchte mal durchschnaufen, mal ausschlafen, mal schweigen können. Ich möchte mal nicht verantwortlich sein, mal nicht immer eine Antwort, ein tröstendes Wort, eine Lösung für das aktuelle Problem parat haben müssen. Ich möchte mich mal verkriechen und laut heulen können, wenn mir danach ist! Wer nicht?”

Wer nicht? Genau.

Aber daneben steht dieses eine tiefgreifende Gefühl von Frauen, die es wirklich und ehrlich und konsequent bereuen, Mutter geworden zu sein. So wie andere es bereuen, diesen Job angenommen, die Beziehung beendet, den Umzug durchgezogen, das Studium geschmissen, das Land gewechselt zu haben. Wie beim Bereuen jeder anderen Lebenssituation sind davon meistens auch andere Menschen betroffen. Anders als bei anderen Lebenssituationen darf es diese Reue im Fall von Mutterschaft aber nicht geben. Und zwar so intensiv und dringlich nicht, dass selbst ein expliziter Bericht über die Gefühle tatsächlich wissenschaftlich befragter Mütter (eine Anmerkung, weil die Anzahl der interviewten Mütter diskutiert wurde: in der qualitativen Sozialforschung geht es NICHT um Repräsentativität, sondern darum vielfältige Perspektiven tiefer zu ergründen und auf diese Weise Zusammenhänge ergründen zu können) es nicht schafft, Stimmen von Müttern in ähnlichen Situationen im deutschsprachigen Raum Platz und Gehör zu verschaffen.

Ich will immer und andauernd über die Ambivalenzen vom Muttersein lesen. Wirklich. Aber in diesen Kontext gestellt haben sie für mich einen flauen Beigeschmack, weil sie eine Dimension verfehlen: Sie überschreiben Berichte von tatsächlicher Reue. Sie machen diese unsichtbar, wenn nicht unmöglich. Denn sie schreiben die Erzählung fort, in der Mütter sich nun zwar eingestehen (können), dass Elternschaft schwierig, herausfordernd, belastend und furchtbar sein kann, aber am Ende des Tages hilft darüber nicht nur das besondere Glück, sondern auch das Einsetzen des – wie es fuckermothers formuliert, “Narrativ[s] der mütterlichen Opferbereitschaft”.

Also, ja, schreiben wir weiterhin jeden Tag über die Ambivalenzen von Mutterschaft. Das ist für mich ein wesentlicher Aspekt von Feminismus in Bezug auf Mutterschaft. Aber seien wirTM an Tagen wie diesen auch und vor allem Zuhörer_innen, wenn vielleicht die eine oder andere aus unserer Mitte ihre Geschichte erzählen will.

Eine Geschichte, in der kein “Aber” vorkommt.

 

Immer Ärger mit Still-Studien (und der Berichterstattung dazu)

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Weil gerade “alle Welt” wegen der Ergebnisse einer brasilianischen Langzeit-Still-Studie (Horta) aus dem Häuschen ist (ORF: “Studie: Stillen fördert Intelligenz”, Tiroler Tageszeitung: “Stillen führt zu höherer Intelligenz und höherem Einkommen”, Süddeutsche: “Muttermilch macht Besserverdiener”, Spiegel Online: Stillen und Muttermilch: “Gestillte Kinder haben höheren IQ”, Zeit: “Stillkinder punkten als Erwachsene im IQ-Test”), ein paar “vergessene” Hinweise:

• Drei Monate volles Stillen “bringen” also durchschnittlich 0,7 IQ-Punkte mehr, ein ganzes Jahr ausschließlich Muttermilch macht ein Plus von vier Punkten … ähm … ja, wirklich beeindruckend.

• Die Liste der Studien, die mögliche Zusammenhänge zwischen Intelligenz und Stillen belegen (wollen), ist lang. Viele davon wurden im Nachhinein wegen schlechter Datengrundlage kritisiert.

• Es gibt ebensolche Geschwister-Studien (Flaschenkind im Vergleich zum Still-Geschwisterl), die Vorteile bei sozialen Aufsteig und Einkommen für Stillkinder belegen, wie solche, die keine Zusammenhänge finden konnten.

• Vor drei Jahren wurde eine Stillstudie veröffentlicht, die auf das Timing beim Stillen hinwies: Die Intelligenz von Babys würde gesteigert, wenn sie dann gestillt wurden, wenn sie es verlangten – und nicht etwa nach einem fixen Zeitplan. Aber – oh Schreck! – diese Erkenntnis gab es auch für Flaschenkinder. (Hm … vielleicht hat das auch etwas damit zu tun, dass Babys merken, wenn Erwachsene auf ihre Bedürfnisse – Hunger! – hören und achten? Zuwendung hebt den Intelligenzquotienten? Tell me about it!)

• Die Faktoren, die Einfluss auf unsere Intelligenz haben, sind vielfältig. Ebenso ihr Zusammenspiel. Und so gibt es auch eine Reihe von Studien, die Zusammenhänge zwischen Stillen und Intelligenz als absurd erklären.

• Zumindest in Industrieländern sind Still-Entschluss und Stilldauer eng mit dem sozi-ökonomischen Status der Eltern verknüpft. Stillende Mütter sind durchschnittlich besser gebildet und haben dadurch viele Vorteile wie etwa ein besseres Einkommen (Anm.: laut der aktuell veröffentlichten brasilianischen Studie, für die 3.500 Neugeborene 30 Jahre lang untersucht wurden, spielen soziale Herkunft, das Einkommen und der Bildungsstand der Mütter keine Rolle für das Stillen. Eine kurze Internet-Recherche zeigte: Stillen ist in Brasilien sehr üblich und an öffentlichen Orten sehr akzeptiert. Eine us-amerikanische Mutter berichtet hier von ihren Erfahrungen mit dem Stillen in dem Land im Vergleich zu ihrer Heimat.)

• Korrelation und Kausalität zu verwechseln ist falsch und gefährlich (z.B. Ist es vielleicht nicht so, dass Mütter, die stillen, “automatisch” Zeit mit ihren Kindern verbringen bzw. regelmäßig Zuneigung zeigen?)

Aber, hey: Die Studienautor_innen betonen, dass kein Druck auf Frauen ausgeübt werden soll. Phu, Glück gehabt!

phew

Manche Freitag sind diffus

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Das Kind redet vom Sterben und will nicht, dass wir sterben. Es ist jedoch froh, Ritter und Saurier ausgestorben zu wissen. Im Sommer will es mir das einzig überlebende Dino-Kind vorstellen, es ist grün, lebt im Park ums Eck und mag nur Frauen und Mädchen. Ich ringe nach Worten.

Mein Leben dreht sich weiter. Dockt ab und an bei anderen Leben an. Wir fließen ein Stück gemeinsam, aber gerade kurz genug, um nicht vom Weg abzukommen. Von welchem Weg reden wir eigentlich?

Kovacs | I’ve Seen That Face Before

In der unzusammenhängenden Serie “Das Lied zum Freitag” ebenfalls erschienen:

Manche Freitage sind eigenartig (The Fox | Niki & the Dove)

Let’s talk about gender, baby (The Knives | Full of Fire)

Manche Freitage sind besser als andere (Charlotte Gainsbourg | Paradisco)

Keine Sorge, mir geht’s gut (Sonic Youth | She’s in a bad mood)

Manche Freitage sind weniger gut als andere (Tango with Lions | In a bar)

Manche Freitage sind anders (Nasekomix | Inject me with love)

In Verteidigung der Prinzessinnen

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In einem anderen Beitrag (Codes am Spielplatz) habe ich bereits einmal darauf hingeweisen, wie viel Klassismus oftmals in der Kritik an “genderstereotyper” Kinderkleidung steckt. Dasselbe gilt in gewisser Weise auch für die Kritik an Prinzessinnen-Verkleidung – die es eben an jeder Straßenecke billigst zu kaufen gibt. Aber erst jetzt ist mir wirklich klar geworden, wie viel verinnerlicht-unbewusste Abwertung von Weiblichkeit* eine solche Kritik oft zusätzlich enthält. Mir ist das gestern an meinem eigenen Verhalten bewusst geworden.

Zuerst: Das Kind hier wollte zum zweiten Mal Tiger sein, weswegen ich mir über Prinzessinnen-Wünsche keinen Kopf zerbrechen musste. Wenn irgendwann einmal Prinzessin, dachte ich, dann finden wir bestimmt eine coole Umsetzung. Dann erzählte mir der Freund gestern am Telefon, nachdem er den kleinen Tiger zum Faschingsfest im Kindergarten abgeliefert hat, wie unglaublich groß die Prinzessinnendichte dort gewesen sei. Beim Mittagessen mit einer Freundin trug ich diesen Gedanken weiter. Wir kritisierten und bedauerten diesen Umstand gemeinsam.

Dann habe ich das Kind abgeholt. Und plötzlich ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen: All diese Mädchen waren nicht einfach “Prinzessin”. Es gab zwei Feen, eine Zauberin, eine Königin, eine Spinnenfrau, natürlich auch ein, zwei klassische Prinzessinnen und allerlei für mich nicht klar zuordenbare Verkleidungen mit Tüll und Rüschen und Glitzer. Die Buben waren Piraten, Polizisten, Räuber und Ritter.

Während wirTM dazu also tendieren wie selbstverständlich die männlich konnotierten Verkleidungen automatisch zu differenzieren, bleiben Mädchen in wallenden Glitzerkleider in der Prinzessinnen-Lade – ungeachtet der unterschiedlichen Fähigkeiten und Kompetenzen, die sie sich für ihre Figur ausgedacht haben.

Über das Gebären reden

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Angeregt von der Montagspost von FeministMum will ich eine neue Kategorie versuchen. “Funken” – für kurze, aber wichtige Gedankensplitter zwischendurch!

Eine Geburt ist eine extreme Erfahrung, für die in unserer Gesellschaft Worte und Raum fehlen – besonders dann, wenn wir den Umstand “Baby” ausblenden. Was ich damit meine? Elternwerden, gerade dann wenn es das erste Mal ist, verändert sehr viel im Leben. Vorher gab es kein Kind, das gepflegt und geliebt werden wollte, danach (fast immer) schon. Der Alltag, die Aufgaben und der Rhythmus ändern sich. Es treten neue Personen ins Leben (Hebamme, Mit-Eltern usw.) – im besten Fall kommen sie zum bestehenden Umfeld hinzu. Als Zwei-Erziehende gilt es Aufgaben neu zu verteilen und zu organisieren. Es ist für vieles keine Zeit, und Neues verlangt viel Zeit. Über all diese Dinge wird vermutlich auch zu wenig geredet.

Worauf ich aber hinaus will, ist der Körper der Frau, die das Kind geboren hat.

Die (eigene) Erfahrung der vaginalen Geburt (meine Erfahrungsperspektive) ist eine Grenzerfahrung, die oft nur am Rande oder in abgemilderter Form weitergegeben wird. Kinderlose Freund_innen sollen nicht verschreckt werden, andere Mütter nicken oft wissend, aber es werden meist Blicke statt Worte gewechselt. Keine will im möglichen Trauma einer anderen stochern. Keine will selber von oft unter Verschluss gehaltenen Emotionen überrascht werden. Eine vaginale Geburt geht mit teils schweren körperlichen Verletzungen einher. Der Heilungsprozess kann sich über Wochen ziehen. Aber anders als bei Menschen, die etwa einen Radunfall hatten, gibt es dieses freundlich-interessierte, aber auch aufmunternde Nachfragen nach der Genesung nicht wirklich*. Das Thema ist schambesetzt, die Grenzen sind klar gesteckt. Es gibt ein ausverhandeltes Schweigen. Der Vorgang der Geburt ist kein Tischgespräch, schon klar. Aber es gäbe viel zu erzählen.

* Ich bin mir nicht sicher, wie Frauen mit Kaiserschnittgeburten diesen Aspekt erleben?

Lesetipp:

• Ein Gespräch entstehen lassen | Thema Gebären(“outside the box”-Magazin)

an.schläge | Thema “Gebären”

(c) Igur Kraguljac | http://www.igorkraguljac.net

(c) Igur Kraguljac | http://www.igorkraguljac.net

Home Truths

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Schon vor längerem bin ich auf Susan Bright gestoßen. Die Kuratorin und Autorin beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Mutterschaft und Repräsentation. Sie hat dazu eine Ausstellung dazu arrangiert und ein Buch veröffentlicht. Bright betrachtet und kommentiert das Werk von zwölf Künstler_innen und fordert stereotype und sentimentale Perspektiven auf Mutterschaft heraus.

Die Unterschiedlichkeit der Fotografien sprechen eigentlich für sich.

© Elina Brotherus | Annunciation #11, 2011

© Elina Brotherus | Annunciation #11, 2011

© Tierney Gearon | Untitled, from The Mother Project, 2004

© Tierney Gearon | Untitled, from The Mother Project, 2004

(c) Ana Casas Broda. ‘Playroom IV’, 2010

(c) Ana Casas Broda. ‘Playroom IV’, 2010

© Elinor Carucci/Institute | Elinor Carucci Feeding Emanuelle From a Plastic Bottle, 2005

© Elinor Carucci/Institute | Elinor Carucci Feeding Emanuelle From a Plastic Bottle, 2005

© Leigh Ledare | Mother with hand on bed, 2006

© Leigh Ledare | Mother with hand on bed, 2006

© Leigh Ledare | Me and Mom in Photo Booth, 2008

© Leigh Ledare | Me and Mom in Photo Booth, 2008

(c) Elina Brotherus, Annonciation, #3, Helsinki, 2010.

(c) Elina Brotherus, Annonciation, #3, Helsinki, 2010.

(c) Fred Hüning, Untitled (Frisbee), 2010, from the work "drei"

(c) Fred Hüning, Untitled (Frisbee), 2010, from the work “drei”

(c) Janine Antoni

(c) Janine Antoni, One Another, 2008

(c) Ana Casas Broda/ Kinderwunsch, Videogame, 2009

(c) Janine Antoni

(c) Janine Antoni, Momme, 1995

© Annu Palakunnathu Matthew | Quy, 2010, from Re-Generation

© Annu Palakunnathu Matthew | Quy, 2010, from Re-Generation

(c) Tierney Gearon

(c) Tierney Gearon

Tipp: Panel Discussion: Representations of Motherhood (Diskussion über Mutterschaft und Repräsentation)

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