Erlesene Mutterschaft XXVI

“Der Mittag in der Siedlung ist still. Die Häuser liegen verlassen, die Leute kommen erst zum Feierabend zurück. Stella ist gerne alleine. Sie kann sich gut mit sich selber beschäftigen, mit dem Garten, den Büchern, dem Haushalt, der Wäsche, den langen Telefonaten mit Clara, der Zeitung, dem Nichtstun. Früher hat sie zusammen mit Clara in der Stadt in einem Mietshaus gewohnt, in einer Straße mit vielen Cafés, Bars und Clubs; die Leute saßen direkt vor der Haustür an Tischen unter Sonnenschirmen und Markisen, und ihre Stimmen und Gespräche, ihre Sorgen, Vermutungen, Versprechungen, exzessiven Ausführungen über Glück und Unglück klangen in der Nacht bis hoch in Stellas und Claras Zimmer hinein. Niemals. Für immer. Je wieder, nie mehr, bis morgen, auf Wiedersehen. Das ist nicht lange her. Stella kann nicht sagen, dass sie dieses Leben vermissen würde. Sie ist heute gerne alleine, früher war sie nicht gerne alleine, so einfach ist das, sie weiß nur nicht mehr genau, wann diese Veränderung eigentlich eingetreten ist. (…)

Das liegt an diesen Kindern, sagt Clara. Sie fressen dich auf. Stella denkt daran, wenn sie morgens mit Ava am Küchentisch sitzt und ihr zusieht, wie sie eine Banane isst, Tee mit Honig trinkt.

Clara sagt, ihr fresst uns auf. Stimmt das, Ava?

Avas Lachen klingt erstaunt. Empört und ein wenig ertappt.”

Judith Hermann | Aller Liebe Anfang

Manche Freitage pulsieren

Das Kind hat mir gemalte Herzen im Recherche-Block versteckt. In den Notizen schwärmt eine Ärztin von der Eleganz menschlicher Herzen. Ich kann damit wenig anfangen und schweife in Gedanken ab. Male mit meiner Erinnerung Las Dos Fridas auf die weiße Wand. Herzblut.

Josephine Foster | My Wandering Heart

Freitagsmusik. Für Herzen.

Boost your gleichberechtigte Elternschaft – in nur 31 Tagen!

Der Koalitionsstreit in Österreich um die Familienzeit, die eigentlich nur Papamonat genannt wird, schafft es wieder einmal prima, den Fokus weg von wesentlichen Problemfeldern zu lenken – und ignoriert nebenbei feministische Forderungen für eine strukturelle Unterstützung der Gleichberechtigung in (Hetero-)Beziehungen mit Kind(ern).

Es ist absurd zu glauben, dass, wenn der Vater (tatsächlich geht’s ja hauptsächlich um diesen) nach der Geburt 31 Tage mit Mutter und Kind verbringt, alles geritzt sei. Dass das gleichberechtigte Familienleben damit auf Schiene gebracht sei. Dass künftig beide Elternteile wissen, an welchem Tag mit welcher Breikost angefangen wird, wann die Windelpackung dem Ende zugeht und das Formular für den Betreuungsplatz abgegeben werden muss. Dass nach diesen 31 Tagen beide Elternteile in den kommenden gefühlt 1.356 Nächten gleichermaßen und zu gleichen Teilen nachts aufstehen, wenn der Nachwuchs ruft. Dassdassdass. Die Liste der Schiefheiten, die schon lange vor der Geburt beginnt (Stichwort: Jobchancen) und Schatten bis hin zu unterschiedlich hohen Pensionsansprüchen wirft, ist bekanntlich sehr sehr lang.

Familienzeit

Howto Eltern-Gleichberechtigung | Bild via jesusrodedinosaurs.blogspot.co.at

Aber die beiden Ministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) und Sophie Karmasin (ÖVP) streiten sich wegen 31 Tage. Der Grund: Die ÖVP legte sich erst beim Rechtsanspruch und dann beim geforderten Kündigungsschutz für die Familienzeit quer. Das ist natürlich ebenso absurd. Wer bitte soll den Papamonat in Anspruch nehmen, wenn dieser die Lohnarbeitsstelle ins Wanken bringen könnte? Diese Groteske gefährdet zwei Jahre Verhandlungen für die Reform des Kinderbetreuungsgeldes. Immerhin: Nachdem es erst nach keinem Kompromiss ausgesehen hat, wollen Heinisch-Hosek und Karmasin nun wie gestern verkündet zumindest die Gespräche wieder aufnehmen. 

Ein kurzer Rückblick

Der Wandel des Karenzgeld-Modelles hin zum Kinderbetreuungsansatz unter Schwarz-Blau war ein wichtiger für alle nicht-angestellte Frauen. Denn zuvor gab es das Geld nur als Versicherungsleistung – Bäuerinnen, Studentinnen, Hausfrauen, Selbstständige schauten durch die Finger. Der Hintergrund war jedoch vor allem ein konservativer und taktisch motivierter. Bekanntlich gehören Bäuerinnen und Unternehmerinnen zur Stammklientel der Christlich-Sozialen. Die damals beschlossene Verteilung des Geldes (30 Monate gleich viel Geld für alle, sechs weitere Monate, wenn der zweite Elternteil die Betreuung übernimmt) unterstützte die ideologische Idee, dass Mütter bis zum Kindergartenstart der Kleinen die Betreuung der Kinder übernahmen. Später, unter Rot-Schwarz, wurde das Modell der Gesellschaft und den politischen Zielen angepasst: Wer seither kürzer in Karenz geht, erhält monatlich mehr Geld. Wenn der zweite Elternteil ebenfalls ein paar Monate das Kind betreut, wird die Bezugsdauer etwas erhöht. Außerdem ist der einjährige Bezug des einkommensabhängigen Kinderbetreuungsgeldes möglich.

Fehler in der Reform

Mit dem neuen Modell schnellte jedoch der Bedarf an Betreuungseinrichtungen hoch – ohne die aber seine Anwendung nicht immer möglich ist. Etwa wenn die Frau nach einem Jahr eigentlich wieder arbeiten gehen möchte, vor allem am Land es für Unter-2-Jährige aber schlichtweg keine öffentlichen Betreuungsplätze gibt und die privaten Krippen nicht leistbar sind. Was dann?

Die angekündigte Reform, die sich jetzt an der Familienzeit spießt, soll neben dem einkommenabhängigen Kinderbetreuungsgeld ein Kindergeldkonto mit Fixbetrag bereithalten. Die Rede ist auch von einem Bonus, wenn beide Elternteile Karenzzeit nehmen, und der Möglichkeit ein paar Wochen der Zeit nicht in den ersten angestrebten drei Jahren, sondern zum Beispiel beim Schuleintritt in Anspruch zu nehmen.

Mehr Krippenplätze bringt die alleinige Reform des Betreuungsgeldes allerdings auch nicht.

Papamonat-Schlagabtausch statt notwendiger Visionen

Und der Papamonat, die Familienzeit? Eine vierwöchige Elternzeit nach der Geburt ist wirklich wunderbar. Ein schönes Geschenk für den Start der neuen Beziehungsarbeit, für die Bewältigung des anstrengenden Nicht-Alltag und als Unterstützung fürs Wochenbett. Der heftige politische Streit über die Umsetzung dieser Familienzeit suggeriert aber fast, dass mit diesen vier Wochen  d a s  wesentliche väterliche Engagement geleistet wird. Die wirklichen Fragen der Vereinbarkeit löst dieser Streit ebensowenig, wie es die reale Möglichkeit eines Papamonats tun wird. Wenn Job und Familie zusammenpassen sollen, bleibt nichts anderes übrig, als auch die Unternehmen mit ins Boot zu holen – ob sie das wollen oder nicht. Es fehlen seriöse Diskussionen, die endlich die Rangeleien auf Nebenschauplätzen der Gleichberechtigung in den Schlagzeilen ablösen sollen. Es fehlt eine Vision, die nicht einzig das Vater-Mutter-Kind(-Kind)-Modell präferiert. Es fehlt an so vielem. Das Letzte in dieser Reihe, das Mütter nachhaltig unterstützt und deshalb dermaßen viel (politische) Energie fressen sollte, ist die vierwöchige Familienzeit.

Im Bundesdienst gibt es die Möglichkeit auf – allerdings unbezahlte – Frühkarenzurlaub seit fünf Jahren, seit letzten Sommer auch für Adoptiveltern und homosexuelle Elternpaare. Jeder 7. Vater hat dies bislang in Anspruch genommen, die absoluten Zahlen sind jedoch wenig berauschend: die Rede ist von 382 Bediensteten 2015. Immerhin, Tendenz steigend. Laut Entwurf zur neuen Familienzeit geht es künftig um eine Pauschale um 700 Euro. Für viele, gerade wenig verdienende Paare bedeutet selbst dieser Bonus ein Abwägen der finanziellen Mittel – auch darüber wird nicht diskutiert.

Erlesene Mutterschaft XXV

“‘Erzähl mir von deinen Kindern’, bat er.

‘Warum?’, flüsterte sie, fast ohne Stimme.

‘Weil du sie liebst.’

Sie seufzte, ihre Brust und mit ihr sein Kopf hoben sich, sanken wieder. Dann schob sie ihn weg, setzte sich auf, Blick zum Fenster, die Arme um den Oberkörper geschlungen. ‘Es ist eine Illusion, Thomas’, sagte sie. ‘Nichts bleibt.’ (…)

‘Und die Zeit rast ja’, fuhr sie fort, ’sie überholt dich auf deinem Weg, denn du trittst auf der Stelle, nur dass du immer älter wirst, es ist eher so, als ob man unter deinen Füßen den Boden wegzieht, immer weiterzieht, obwohl sich nichts ändert, oder es ändert sich zum Schlechteren, fast unmerklich ändert sich jeden Tag alles zum Schlechteren, du kannst die Zeit nicht zurückholen, du verlierst immer mehr Illusionen, jeden Tag eine andere kleine Illusion’, sie senkte den Kopf, rieb mit dem Kinn über ihre Schulter, ‘und es ist nun einmal so, es ist ein Trugschluss: Deine Kinder sind keine Lebensversicherung, sie können deine Leere nicht ausfüllen, es überfordert sie, kein Kind kann seine Eltern retten, und niemand kann das Leben seiner Kinder leben.’ Sie schwieg, ihr Gesicht wandte sich in die Dunkelheit des Gartens.

‘Aber du liebst sie, das ist das Wichtigste’, sagte er.

Zwei stille Minuten vergingen.

‘Wir verlieren, was wir lieben’, flüsterte sie.”

Monika Zeiner | Die Ordnung der Sterne über Como

 

Die Mama-Schublade

Endlich! Für die “Mama von heute” gibt es nun einen Styleguide. Mit tollen und inspirierenden Fotos. Denn wir wissen: “Mutter, Freundin, Frau: Moderne Mamas vereinen viele Rollen in sich“. Alles wirklich ganz bezaubernd. Mama – der neue Modetrend. Der hippe Bildband vom Knesebeck-Verlag verspricht Vielfalt und will Mut machen – sprich: viele gut situierte trendige (fast ausschließlich weiße) Mittelschichtsfrauen … pardon … Mittelschichtsmütter. Auf den Fotos tummeln sich 25- bis 45-Jährige, die das Kunststück vollbracht haben, Mütter zu werden und Frauen zu bleiben. In ganz unterschiedlichen Konstellationen! Konstellationen meint in dem Fall: mit keinem, einem oder mehreren Männern in Voll- oder Teilzeit.

Tja, das ist wirklich die geballte Bandbreite (arme Mütter, lesbische Mütter, queere Mütter, arbeitslose Mütter, Teenage-Mütter … aber wer will denn all diese Fässer aufmachen?). Da ziehe ich lieber gleich meinen imaginären “Bad-Hair-Day-Hut” und wälze mich in meinen “maximal beweglich[en]” Hosen. Vielleicht setze ich demnächst auf mein rebellisches Potenzial und tauche in “Baumwoll-Pyjamahosen” auf einer Abendveranstaltung auf oder, noch besser, “schock[e] beim Abholen der Kinder die anderen Mütter (…) mit [meiner] Glanzlederhose“, because I can – no risk, no fun. Danach lasse ich mich dann generös auf meiner Über-den-Dächern-von-Wien-Dachterrasse ablichten. So cool! So Frau-geblieben!

Aber vermutlich umsonst. Immerhin sind diese Styleguide-Frauen Ausnahme-Mamas. Den anderen Müttern ist ihre Lässigkeit nämlich zwischen den Hofer/Aldi-Rechnungen und der postpartalen Depression stecken geblieben. Oder sie haben einfach keine Nerven fürs Styling. Oder – imagine! – kein Interesse daran.

Unterm Strich: schöne Fotos, schöne Menschen, schöne Bedeutungslosigkeit. Oder eben nicht. Denn damit wird erneut die Markierung “Mutter” als ausschlaggebendes Charakteristikum inszeniert – etwas, das mir wirklich sauer aufstößt. Denn nur als Lifestyle darf Mutterschaft herhalten, sobald es gesellschaftspolitisch wird, gehen die Wogen im Feuilleton hoch: nur nicht jammern, nur nicht bereuen, nur nicht öffentlich stillen, nur schön unsichtbar bleiben, liebe Muttis. Muttis – abwertend spucken die Autor*innen das Wort in ihre Proklamationen und Anschuldigungen. Wenn Mütter sich nämlich über ihre Lebenssituation beschweren, dann fällt es Kommenator*innen schwer Contenance zu behalten und über den Tellerrand zu blicken: Bitte behelligt uns nicht mit eurem Opfergehabe! Und noch fieser: Habt ihr denn nie Badinter gelesen? Oder Vinkens? Ihr hättet es besser wissen müssen, dass Muttersein eben kein Kindergeburtstag ist! Hättet ihr euch nur gebildet, anstatt euch von Instagram-Bildern verblenden zu lassen!

Oder von Styleguides.

Handelt doch endlich politisch, schreit uns aus der Zeit also zuletzt Kulturreporterin Susanne Mayer entgegen.

Ich bin sprachlos. Nein, wirklich. Diese Ignoranz und das Vorbeiargumentieren an Lebenswirklichkeiten, dieses Unsichtbarmachen von jahrelangen Kämpfen und diese elitäre Überheblichkeit, das alles macht mich einfach nur mehr sprachlos.

 

Krank

Ganz nah liegen,
einander ins Gesicht atmen,
der Schweiß verliert sich in deinen Haaren.

Durch den Vorhangspalt
jagt die Zeit einen Lichtkeil
über die dunklen Wände im Zimmer.

Die alte Straßenbahn
karrt im Fünf-Minuten-Takt
die vielen Menschen am Fenster vorbei.

Diese schwere, einfältige Langeweile
am Krankenbett eines Kindes.

The xx | Together

“Nicht jeder mag in seiner Freizeit 24/7 von Kindern oder Müttern umgeben sein.”

… diesen Satz fand ich in einem Beitrag der Bloggerin Paula Deme in der Huffington Post*. Und weiter: “‘Warte mal, bis du Kinder hast!’ – auch sehr beliebt. Wenn ich Kinder habe, meine Damen, wechsle ich aus der Szenekneipe in ein familienfreundliches Lokal, denn ich werde nicht verkrampft versuchen, weiter mein Leben so zu leben, wie es vor dem Kind war.” So schön. Auch diese elegante Abwesenheit der Väter. Versuchen die auch “verkrampft, ihr Leben …” –  lassen wir das. Nebenbei bemerkt: Deme ist Pädagogin. Auf Edition F darf sie als Folge des Mütter-Bashing-Artikels in der HuffPo erklären, warum Stillen super ist: “Heute möchte ich erläutern, aus pädagogischer und wissenschaftlicher Sicht, warum stillen für das Baby wichtig ist und warum ich persönlich finde, dass es ein intimer Moment zwischen Mutter und Kind ist, der nicht in Mitten von Lärm oder einem Schaufenster stattfinden sollte.” Sie empfiehlt ein Tuch über das Gesicht des Babys zu legen, damit es nicht abgelenkt wird. Nun, meine Stillerfahrung beschränkt sich auf einen Zeitrahmen, in dem das Kind noch zu klein war, um von irgendetwas abgelenkt zu werden – ihm ein Tuch über den Kopf zu legen, wäre also nicht für seinen Schutz, sondern nur für mich oder für andere gewesen. Ich stelle es mir aber lustig vor, zu versuchen, ein einjähriges Baby beim Stillen unter einem Tuch zu verstecken. Findet es bestimmt spaßig. Intime Stillmomente, my ass! Noch ein Tipp gefällig? “Vor dem rausgehen noch mal an die Brust legen, hält auch 1-3 Stunden bis zur nächsten Mahlzeit, irgendwann hat das Kind ja einen Rhythmus den die Mutter kennt und somit sich etwas organisieren kann.” Sprich: Organisiert euch doch einfach ein bisschen besser, liebe Still-Mamis!

Paula Deme, die übrigens auch Wickeltische in Toiletten als eine “rechte Zumutung” empfindet, versucht in ihren Artikeln haarsträubend schlussfolgernd zu erläutern, warum es eben keine Diskriminierung ist, als stillende Mutter ein Lokalverbot zu bekommen.

Die Frage, die wir uns aber als Gesellschaft ernsthaft stellen müssen, ist die nach der Grenzziehung – welche Bevölkerungsgruppen dürfen konsequenzlos ausgeschlossen werden? Mütter? Eltern mit Kindern? Flüchtlinge? Menschen mit Behinderung? Die Petition gegen das Stillverbot in Berlin mag pedantisch daherkommen, aber diese andauernde stereotype Mutter-Darstellung als Argument und Begründung von öffentlichen Hassmonologen auf Mütter (Latte-Macchiato-Mütter, ihr erinnert euch?) ist einfach daneben. Ja, vielleicht gibt es ungute Muttertypen, aber das ist kein Grund für Ausschlüsse. Es geht ja wohl nicht darum, alle Mütter sympathisch zu finden. Tu ich auch nicht. Im Gegenteil. Aber so verhält es sich naturgemäß auch mit dem Rest der Menschen, mit denen ich zu tun habe. Aber Differenzierung ist nichts für besagte Autorin und bloggende selbst ernannte “Supper Nanny”. Sie unterstellt den Müttern, die sich über das Lokalverbot ärgern, Gift und Galle zu spucken, frustriert und unzufrieden mit dem Leben zu sein und als Vorbilder für ihre Kinder zu versagen.

Ich weiß nicht, was die Beweggründe der Initiator*in(nen) der Petition sind. Aber eines weiß ich bestimmt: Mütter, die gegen das Unsichtbarmachen der eigenen Lebensrealität kämpfen und gegen das Zurückdrängen ins Private mobilisieren, die sich stark machen in einer Gesellschaft, in der sie strukturell benachteiligt und unbehelligt auf Meinungsseiten bespuckt werden dürfen, sind die besten Vorbilder für ihre Kinder.

Wenn auch nicht so hasserfüllt und ätzend gefordert, Demes Wunsch danach, dass Eltern Nicht-Eltern doch bitte kinderfreie Bereiche gönnen sollen, hat eine bestimmte Salonfähigkeit. Liebe Menschen, die nach solchen Zonen dürsten, darf ich euch daran erinnern, dass Kinder auch Menschen sind!? Sorrynotsorry. Man kann nicht einfach eine ganze Bevölkerungsgruppe vom (halb-)öffentlichen Leben ausschließen und dann auch noch darauf bestehen, dass es sich bei dieser Forderung doch keineswegs um Diskriminierung, sondern um Rücksichtnahme handelt. Wie genau definiert ihr denn Diskriminierung?

In dem Sinne: Riot, Moms!

Bildschirmfoto 2016-02-24 um 22.10.59All of you!

Bildschirmfoto 2016-02-24 um 22.12.25

 

* Ich verlinke diesen und den anderen im Beitrag erwähnten Artikel nicht. Wer sich brennend dafür interessiert, kann die Suchmaschinen befragen. Das Grundübel an solchen Texten ist nämlich, dass sie von den großen Plattformen als kostenloser Content nur zu gern verbreitet werden, weil Mütter und Internet und bumm.


Nachtrag

Das Ärgern über die Thematik hatte auch etwas Gutes. Ohne die Bildersuche für diesen Beitrag wäre ich nicht auf diese schöne Stillgeschichte gestoßen (auch wenn ich der erwähnten Leche League kritisch gegenüber stehe): 

I am a transgender dad in a gay relationship who breastfeeds his baby boy