Die andere Belästigung: Fass’ mein Kind nicht an

Neulich. “Mama, eine Verkäuferin hat mir in die Haare gegriffen und meinen Kopf gestreichelt. Ohne fragen, ich wollte das nicht.

Uff. Die Schiebetüre der Drogerie ist gerade hinter uns wieder zugegangen und wir stehen in der gleißenden Hitze. Ich rinne ab. Es hat 37 Grad. Es ist kurz vor Ladenschluss, wir haben noch einen leeren Kühlschrank. Das ist wohl einer dieser Schlüsselmomente, denke ich. Und dann: Nicht jetzt. “Magst du, dass wir zurückgehen und ich es ihr sage“, höre ich mich fragen.

Es ist nicht das erste Mal. Dem Kind greifen andauernd Menschen ungefragt in die braunen Locken. Es hasst das. Aber der Moment ist schnell vorbei und die Passant*in meist im Gewirr verschwunden. Was zurückbleibt, ist die Empörung oder Verletzung des Kindes und die elterliche Bestärkung, dass es im Recht ist. Und: Wenn ich so einen Übergriff nur miterleben würde, ich würde eingreifen. Versprochen.

Jetzt gibt es diese Chance. Ich denke an die Verkäuferinnen in ihren rosa T-Shirts im Geschäft, an ihre Erschöpfung an dem heißen Abend. Ich denke an die junge Frau, die heute an der Kassa stand und das Kind, wie sooft, geduldig die Kund*innenkarte über das Feld ziehen ließ. In den Gängen haben zwei ältere Kolleginnen Produkte von den Paletten eingeräumt und mit dem Kind gescherzt. Ich denke an ihre freundlichen Gesichter. An die bevorstehende Konfrontation. Den möglichen Konflikt. Ich fühle mich plötzlich gar nicht mehr so stark, sondern verletzlich.

Sag mir immer, wenn dir jemand weh tut oder dir etwas unangenehm ist, ich bin für dich da.” Jetzt spüre ich die schwere Verantwortung hinter diesem Satz.

Mama? Ja, sag’ es ihr, dass ich das nicht wollte.” Das Kind nimmt meine Hand. Wir gehen wieder rein. Stehen erst einmal und schauen. “Die war es“, zeigt es schließlich auf eine Verkäuferin.

Ich gehe auf sie zu, spreche sie an. Erkläre ihr, dass meine Tochter es nicht mag, am Kopf angefasst und getätschelt zu werden. Stille. Und dann entschuldigt sich die Frau beim Kind.

Simple as that.

CocoRosie | Promise

Erlesene Mutterschaft XX

“Nuwarisch Karabachlys dritte Frau, Giulietta, war die altjungferliche sechsundreißigjährige Tochter eines prominenten Schauspielers am Theater. Fünf Jahre blieben sie kinderlos. Dann wurde ein Sohn geboren. Doch einmal, als der Säugling noch keine drei Monate alt war, schlief Giulietta während des nächtlichen Stillens fest ein, und als sie aufwachte, entdeckte sie den bläulich verfärbten Körper des Kindes, das zwischen ihren Brüsten erstickt war. Giulietta konnte sich seinen Tod nicht verzeihen, das tote Kind schwieg nicht, weinte, schrie nach Milch. Die Mutter aß nicht mehr, trank nicht mehr, schlief nicht mehr. Die Arme lebte keine zehn Tage mehr nach dem Tod des Kindes. Sie wurde dünn wie ein Kienspan, brannte herunter wie eine Kerze und verschwand wie ein Schatten – als hätte es sie nie gegeben.”

Akram Aylisli – Steinträume

Oh, Elternarbeit “entmännlicht”

In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird der Schauspieler Christian Ulmen über und für seine Ausübung von Elternarbeit interviewt – Arbeitstitel siehe URL: “im Interview über Männlichkeit” (mein Arbeitstitel: “kotz”). Er darf sich zu Beginn an sein Elternhaus zurückerinnern, in dem auch sein Papa die Brote schmierte und kranke Kinder pflegte. Dieser Papa, wohlgemerkt, war nichtsdestotrotz lange Zeit der Alleinverdiener in der Familie. Für Christian Ulmen war dieses Zuhause dennoch – aufgepasst! – ein “maximal gleichberechtigt[es]“. Nun denn … in seiner eigenen kleinen Familie ist ebenfalls den Zeiten entsprechend alles ganz modern. Sowohl er als auch die Mutter vom Kind (geb. April 2012) gehen arbeiten. Bei der FAZ ist man deswegen jedenfalls hin und weg – darum ja auch das ausführliche Interview mit so investigativen Fragen wie “Sie müssen das alles als Paar miteinander aushandeln [tell me!]. Ist das schwierig?” Und die erstaunliche Antwort Ulmens: “Klar.

Ja, klar. Gleichberechtigung IST anstrengend. Wenn der Mann nicht einfach machen kann. Nicht einfach mal jeden Abendtermin zusagen, jede Geschäftsreise oder jedes Wochenend-Meeting abnicken kann. Das ist innerhalb der Firma/Agentur/… manchmal mühsam und kompliziert, aber natürlich auch innerhalb der Familie. Tja. So funktioniert das aber, wenn nicht eine Person als Back-up ständig zuhause beim Nachwuchs sein mag/kann. Aber an dieser Stelle muss ich mir wohl selber ein “tja” entgegnen. Denn: “Leider ist es immer noch wichtig, dass Aussagen bekannter Väter, wie Ulmen einer ist, so gepusht werden“, schreibt Ninia La Grande so treffend über dieses Interview: “Um anderen Vätern zu zeigen, dass es völlig cool ist, wenn jemand sich gleichberechtigt um’s Kind kümmert. Jetzt muss ich gleich anfangen zu weinen, weil wir das Jahr 2015 haben und immer noch Väter-Vorbilder brauchen. Väter-Vorbilder, die aber immer noch gut einparken können und Sendungen namens ‘Who wants to fuck my girlfriend’ drehen.

Eigentlich sagt Ulmen dann auch etwas Wesentliches: Er spricht von einem Au-Pair-Mädchen für die Nachmittage und von Großeltern: “Nur so funktioniert es.” Aber jetzt kommt’s: Die Interviewerin, Lisa Nienhaus, hat Volkswirtschaft und Politik studiert. Sie ist Redakteurin im Wirtschafts-Ressort der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Nienhaus fällt trotzdem nichts Besseres ein, als Ulmen daraufhin die banale Frage “Nervt es, das immer aushandeln zu müssen?” zu stellen. Und: “Finden Ihre Eltern das anstrengend, wie Sie das organisiert haben?” Das Private soll eben weiterhin schön privat bleiben. Wenn Männer sich freiwillig für “Frauen-Sachen” wie Sorgearbeit entscheiden und ihre Biografien “verweiblichen” wollen, dann behandeln wir sie bei der FAZ auch schlichtweg so. Dann verhandeln wir maximal über den möglichen Verlust ihrer Männlichkeit mit ihnen.

Wie gleichberechtigt die Beziehung von Ulmen und seiner Partnerin sei, will die Interviewerin dann anhand von – ihre Worte – “ein paar echte[n] Männerfragen” klären“. Da geht es dann um so Dinge wie, wer Nägel in die Wände schlägt, wer Auto fährt und navigiert, wer im Restaurant zahlt und besser einparken kann, wer besser mit Geld umgehen kann, wer sich häufiger betrinkt et cetera et cetera – kurz, Stereotypen-Reproduktion Galore!

Nienhaus suggeriert in einer Feststellung, dass “die anderen Männer” (?) denken, Männer, die die Nabelschnur ihrer Babys durchschneiden und diese wickeln, von ihren Partnerinnen manipuliert worden seien. Und, so konstatiert sie, Ulmens Getränke-Wahl – ein Reisdrink – sei unmännlich. An dieser Stelle des Interviews bin ich mir mittlerweile fast sicher, dass dasselbe unter Einfluss von 40 Grad Hitze, Alkohol und oder Fieberzuständen geführt wurde.

(c) Julie Blackmon "The After Party"

(c) Julie Blackmon | The After-Party

… oder ich bin bei dem Thema einfach ironieresistent und humorlos. Allerdings vergeht mir bei den Väterkarenz-Zahlen schlichtweg nach wie vor das Lachen. Denn auch wenn die aktuelle AK-Studie für Österreich zeigt, dass es mehr Väter in Karenz gibt: deren Zeiten haben sich verkürzt – oder wie es die AK-Expertin Ingrid Moritz auf derstandard.at ausdrückte: Männer würden sich an der kürzest möglichen Kindergeld-Bezugsdauer orientieren, Frauen an der längst möglichen: “Der Anteil der Männer, die Kindergeld beziehen, hat sich von 2006 auf 2012 von acht Prozent auf 17 Prozent ordentlich gesteigert. Aber: Nur die Hälfte (56 Prozent) unterbrach tatsächlich die Arbeit während des Kindergeldbezugs. Und 70 Prozent der zuvor gut erwerbsintegrierten Männer ist spätestens nach drei Monaten wieder berufstätig.”

DREI MONATE – wenn man weiß, wie es in Österreich mit Kinderbetreuungsplätzen aussieht (gerade in ländlichen Gegenden gibt es solche vielfach erst ab zweieinhalb Jahren und oft nur vormittags), dann ist klar, wie schwer eine dreimonatige Väterkarenz wiegt.

Erlesene Mutterschaft XIX

“Frederike stand in einer Küchenschürze im ersten Stock des Krankenhauses und beobachtete den Lauf der Dinge und die Frauen, die Teil davon waren. In kleinen Schicksalsgemeinschaften kamen sie an die Pforten der Klinik oder stahlen sich mit blassen Gesichtern und nervösen Blicken allein ins Gebäude. Mit schweren Bäuchen standen sie dann in den Türen und warteten, dass man sie bemerkte und ihnen heraushalf aus ihrem Schicksal. Die erste Frau, die Frederike über die letzten Wochen ihrer Schwangerschaft begleitete, war Marta, eine große, ältere Frau mit hoher Stirn und Händen so breit wie jene, die Dürer betend gemalt hatte. (…)

Noch nie hatte sie den Körper einer Schwangeren auch nur berührt, nie eine Geburt gesehen. Unter Frederikes aufmerksamen Blicken wuchs Martas Leib lautlos mit den Tagen und füllte sich mit Fleisch, der Kette der Wirbelsäule und dem Sonnensystem der Organe. Jetzt legten sie und Marta die Hände auf deren Bauchdecke, als könnten sie mit ihnen hören, was vorginge unter der Haut. Frederike wusste von ihr, wie erleichtert sie zuerst gewesen war, dass sich die Leere in ihr so sorgfältig mit einem Kind ausfüllen ließ, und wie sie später die Furcht befallen hatte, in ihr könnte sich eine Seele formen, die zu groß wäre für ihren Körper. Nun wuchs eine Kreatur unter ihrem Herzen, ein durchsichtiger Walfisch, der Fruchtwasser trank und es wieder ausschied. Beide Frauen sahen zu, wie sich Martas Leib dehnte und dehnte, wie er unaufhörlich wuchs und wuchs und sich immer mehr jener feinen und hellen Streifen auf ihrer Haut abzeichnete. Ruhig war Marta nur, wenn Frederike bei ihr war, ließ diese sie alleine, fürchtete sie, verrückt zu werden. (…)

Sie war einsam, wenn Frederike nach Hause ging oder sich anderen Patientinnen zuwandte. Sie ließ sich von niemandem sonst trösten und beruhigen, sprach kaum und wenn, nur mit sich selbst. Es war ihr unmöglich zu schlafen, während in ihr ein Wesen wachte. In der Dunkelheit, wenn sie neben den anderen Frauen im Bett lag, fürchtete sie, das Kind würde sie von innen auffressen, und hörte besorgt und argwöhnisch in sich hinein, ob nicht Kaugeräusche aus ihrem Unterleib drängten. (…)

Die Wehen zogen sich über viele Stunden, währenddessen die kleine Gruppe zusammengewürfelter Menschen am Körper von Marta wartete wie an einem Monument. Sie warteten auf den Augenblick, in dem dieser Körper nachgeben würde, das Klick, auf die Musik des Zerbrechens, die alle Entbindungen begleitete. Es dauerte lange. Stück für Stück ging ihr Unterleib auf und wurde ein Portal. Wie ihre Vagina weit aufriss. Wie sich der Nabel ausstülpte. Wie die Schamlippen blau anliefen. Wie neben dem Mutterkuchen auch Exkremente auf das Bett liefen. Wie man das Kind endlich von der Nabelschnur losschnitt. Wie ihr der Schlauch aus Haut noch lange aus dem Geschlecht hing.

Als Marta den Säugling schließlich in den Armen hielt, wurde der Bauch ein Haus, das, nutzlos geworden, in sich zusammenfiel, nachdem sein Bewohner es verlassen hatte.”

Valerie Fritsch – Winters Garten

Manche Freitage locken zum Fliegen

Die Straßenbahntüren öffnen sich. Ich stehe auf und mache für eine Frau mit Kinderwagen Platz. “Wieso stehst du auf, Mama?” Das Kind kräuselt die Lippen. “Damit die Frau neben dem Baby im Wagerl stehen kann und sie sich so gut sehen.” “Oder der Mann.” Ich schaue mich um und runzle die Stirn. Das Kind gibt sich altklug: “Vielleicht ist diese Person auch ein Mann. Das weißt du doch, Mama. Man kann nicht immer sehen, ob es ein Mann oder eine Frau ist.” True that. Nächste Station: die Illusion der Zweigeschlechtlichkeit. Joy Wellboy | We need a plane Weitere Episoden aus der nicht sehr seriellen Serie “Das Lied zum Freitag”:

Medialer postpartum Fleischmarkt

Was für ein aufregender Nachrichten-Tag!

n-tv.de ist heute atemlos: Herzogin Kate sei nur wenige Wochen nach der Geburt wieder “rank und schlank” und verblüffe “mit einer makellosen Figur – von Baby-Pfunden keine Spur”. Es handle sich dabei um Kates “Wohlfühlgewicht”, wissen die Expert*innen der Nachrichtenplattform, die von sich behauptet, “seriös, schnell und kompetent” zu berichten. Immerhin schnell waren sie mit dieser Meldung. Auch der Grund für die schnelle Rückkehr zur “Traumfigur” ist kompetent recherchiert: “Kates Figur lässt kaum einen Zweifel daran: Auch Charlotte wird gestillt.”

Aber auch bei der Welt ist man seriös baff: Denn beim königlichen Familienausflug zeige sich Kate bereits “in Skinny-Jeans und Matrosenhemd frisch erschlankt”. Und weiter: “Keine Spur mehr von Schwangerschaftspfunden – dabei liegt die Geburt von Prinzessin Charlotte gerade sechs Wochen zurück.” Besserwisserisch – pardon – informiert wird hier verraten, was dahinter steckt, oder vielmehr, was nicht dahintersteckt: “Gerüchte über eine strenge Saftdiät scheinen jedoch haltlos; wer Prinz George stundenlang hinterherjagt, braucht kein Abnehmprogramm.”

Aufdeckerisch unterwegs die Münchner Abendzeitung, wo man Geheimisse unter dem Titel “Darum ist Herzogin Kate schon wieder so dünn” verrät. Ich verrate an dieser Stelle: Es handelt sich um denselben Artikel wie der an erster Stelle erwähnte Beitrag von n-tv.de Das Geheimnis ihres After-Baby-Bodys (neuer Lead-Text und passt schon. Oder war’s umgekehrt?). Jedenfalls geht die Abendzeitung mit einer wesentlichen Ergänzung online, nämlich mit einem Verweis auf eine sagenumwobene Diät, nach der sich die Herzogin vermutlich (sic!) orientiert hat, “die Schwangerschaftskilos möglichst schnell loszuwerden”.

Die Online-Plattform der Zeitung Österreich gibt sich gewohnt kritisch und übt sich in Alarmismus: “Nimmt Kate zu schnell ab?” Immerhin sei sie nur sechs Wochen nach der Geburt bereits wieder “megaschlank” und präsentiere ihre “schlanken Beine (…) als wäre sie nie schwanger gewesen …” Der Artikel bleibt aber nicht an der Oberfläche, sondern stellt die wirklich wesentliche Frage: Hat Kate womöglich nicht zu schnell abgenommen, sondern “nie genug zugenommen?” Denn Resümee einer präzisen Umfrage im Bekanntenkreis ergab: “Viele glauben, sie ist im Magerwahn.”

Bei der Bunten lässt sich indes niemand auf derlei kritische Berichterstattung ein. Man bleibt beobachtend und lobt die “Top-Figur” und “Kates hammermäßigen After-Baby-Body”. Unter dem Beitrag gibt es ganz im Sinne der Serviceorientierung des Magazins einen Link zu Fitness- und Abnehm-Artikel.

excuse-me-i-have-to-go-and-vomitNachtrag I: Statt der Lektüre jenseitiger royaler Körperberichterstattung empfehle ich diesen Comic von Rebecca Roher: Mom Body

Nachtrag II: Einen interessanten Bericht über eine Analyse von Media Affairs über Frauen in der medialen Berichterstattung in Österreich habe ich auf diestandard.at gefunden. Darin wird aufgezeigt, dass Frauenthemen in der auflagenstärksten Boulevardzeitung des Landes vor allem auf Körper (Gesundheits- und Gewichtsthemen) und Mutter (Elternschaft, Schwangerschaft, Mutterrolle) reduziert werden. (Post-)Schwangere Körper, die beides vereinen, sind so gesehen ein besonderes Berichterstattungs-“Highlight”.

Nachtrag III: gentle reminder in Sachen Frauenkörper und Schwangerschaft

Und weil ich mich ohnehin nur wiederholen würde, noch ein paar Links zum Nachlesen:

 

Erlesene Mutterschaft XVIII

“In my frustration and misery I would wind myself up every day as if I were my old toy monkey with my cymbals, listen to myself crash them, and then, nota bene, I would cry and, when I cried, I would long for my mother, not the small dying mother in the hospital but the big mother of my childhood, who had held and rocked me and tutted and stroked and taken my temperature and read to me. Mommy’s girl, except Mommy was not oversized but short and curvy and wore high heels. Your father likes my legs in heels, you know. But then, after I had wailed for a while, I would remember the wet shine of two fallen tears on my mother’s shrunken cheeks and the IV in her blue-veined hand many years later. I did not say, You’ll get well, Mommy, because she would not get well. Who knows how long I’ll last? Not long. And yet in hospice, my mother fussed about food, the sheets, her pajamas, the nurses. A week before she died, she asked me to open her purse and apply a little lipstick because she was too weak to do it herself, and when she lapsed into a morphine haze at the very end, I took out the gold tube and dabbed her thin mouth with the rose-solored stick.

~~~

Orphaned.”

Siri Hustvedt – The Blazing World